Apostroph: So setzen Sie ihn richtig

Ursprünglich hatte ich diesen Blogbeitrag „Das Geheimnis der Apostrophe“ genannt. Klingt allerdings irgendwie nach Tierdoku, vielleicht auch nach historischem Roman. Völlig abwegig ist es trotzdem nicht, denn der Apostroph erscheint vielen Schreiber/-innen als rätselhaftes Wesen. Das möchte ich mit diesem Beitrag ändern.

Fangen wir mit den guten Nachrichten an: Apostrophe sind keine Exoten, sondern im Gegenteil sogar häufig zu sehen. Das Problem dabei: Bei Tine’s Friseurshop, Bernd’s Wurstexpress und Claudia’s Iss’ wat braucht es meistens gar kein Apostroph – oder die Setzung ist gleich ganz und gar falsch. Ein Grund dafür ist vielleicht, dass die Anwendung nie wirklich eingeübt wurde, weil das Apostroph in der Schule keine Rolle gespielt hat.
Meistens scheint der Apostroph etwas mit dem Genetiv zu tun zu haben. Und man setzt ihn offensichtlich auch, wenn am Ende eines Wortes ein zusätzliches „s“ angehangen wird. Das ist in manchen Fällen richtig, zum Beispiel bei „Geht’s dir gut?“, aber oft auch falsch: „Dieser Text liest sich wie ein einziger Schuss in’s Blaue.“
In vielen Fällen wird der Apostroph jedoch vor allem als Zeichen der Auslassung gebraucht, und damit fange ich an. Zuvor noch kurz zum Zeichen selbst: Mit dem vermeintlichen Apostroph auf der Tastatur ist es, typografisch korrekt, jedenfalls nicht getan. Hier liefert typefacts einen schönen Artikel zum Apostroph und allem, was man typografisch dazu wissen sollte.

Keiner da? Der Apostroph bei fehlenden Buchstaben bzw. Auslassungen

Apostrophe stehen in der Regel dort, wo etwas ausgelassen wird. Ruft also ein froher, aber übermüdeter Nachtschwärmer seinen unternehmungslustigen Kumpanen „Habt noch ’ne schöne Nacht“ zu, dann wird ein Apostroph gesetzt, weil eigentlich „eine schöne Nacht“ gemeint ist.
Bleiben wir noch kurz in der Szene. Der bettbereite Nachtschwärmer hebt den Fuß verträumt über eine Pfütze, und einer der dankbaren Freunde warnt ihn, ruft: „Hab Acht!“ Dann braucht es in diesem Fall keinen Apostroph, weil es sich um einen üblichen Befehl, einen Imperativ, handelt und diese Flexion, also Beugung, üblich ist. Geh mir fort. Bleib doch stehen. Trink aus!
Weil ich vorher schrieb, dass der Apostroph in der Regel bei Auslassungen gesetzt wird: Dies gilt für schwer lesbare oder missverständliche Formen. In der ersten Person Singular des Präsens Indikativ (Ich + Verb in der Jetztzeit) setzt man ihn  normalerweise nicht, da in der Regel beide Formen üblich sind. Ich habe/hab da was gehört. Ich hole/hol ihn mal eben. Wenn

Lektorat Berlin Christian Wöllecke: Ein Apostroph ist unnötig, wenn es sich um einen üblichen Befehl handelt: Verleih deinen Träumen Flügel.
Ein Apostroph braucht es hier nicht, da die Endung in der 1. Person Singular des Präsens Indikativ so oder so geschrieben werden kann: Verleih/Verleihe deinen Träumen Flügel.

Verschmelzungen: Der Apostroph und das angehängte „S“

Auch die vorhin beschriebene Setzung des Apostrophs bei angehängtem „S“ ist nicht zwingend, zumindest wenn es um Verschmelzungen von es mit vorangehenden Verben geht. Mir geht’s gut oder mir gehts gut. Falsch ist solch ein Apostroph dann, wenn es sich um Verschmelzungen aus Präposition und Artikel handelt. Wenn sie als allgemein üblich gelten, erhalten sie keinen Apostroph: ans, aufs, hinters, vors, beim, zum, übern, vorn. Wichtig ist in diesem Fall, einheitlich zu bleiben. Wer sich für Los geht’s entscheidet, muss dies mit allen ähnlichen Varianten durchhalten. Gleichzeitig muss man sich aber auf die Finger klopfen, wenn man Dinge wie schnell mal ums Haus schreibt. Denn bei um + das handelt es sich um die bereits beschriebene Verschmelzung von Präposition und Artikel.
Eine beliebte, aber leider falsche Überlegung ist es außerdem, dass man ein „S“ bei Substantiven oder auch bei Familiennamen anhängen könnte. Die Besitzerin des Fahrrads, der Admin des Systems … Hier wohnen die Müllers. All diese Wendungen bleiben ohne Apostroph.

Lektorat Berlin Christian Wöllecke: Dem Wort Handy wird im Genitiv kein "s" mit Apostroph angehängt: des Handys.
Ein falsches Apostroph in freier Wildbahn: Das „S“ wird bei Substantiven direkt angehängt.

Namen und Apostrophe

Es gibt aber trotzdem eine Regel, nach der Apostrophe bei Namensnennungen gesetzt werden. Endet ein Name ohne dazugehörigen Artikel im Genitiv auf s, ss, ß, tz, x, ce, dann wird ein Apostroph gesetzt. Wir sagen nicht Eliases Gyrosland oder Andreases Wurstbude, sondern Elias’ Gyrosland, Max’ Wurstexpress. Schauen wir uns den Fall von Andrea und Andreas an: Wenn Andreas’ Imbisseck von Andrea übernommen würde, hieße es entweder Andreas Imbisseck oder aber auch Andrea’s Imbisseck. Auch wenn nicht ganz klar wird, warum man es braucht, ist der Apostroph bei Andrea’s Imbisseck laut Duden zur Kennzeichnung der Grundform des Namens zulässig. Ein Apostroph vor dem Genitiv-s von Namen ist ansonsten aber unüblich.
Aber ein Apostroph kann auch mitten in einem Namen auftauchen. Ob es dabei um Martin Heidegger oder Mario Barth geht, ist in diesem Fall völlig egal. Spricht man von ihrer Art und Weise, also wie sie Dinge angehen oder tun, sind zwei Formen legitim: der heideggersche oder der Heidegger’sche Hammer. Die barthsche oder Barth’sche Lehre, dass Frauen nicht mit diesem Hammer umgehen können. Mit Apostroph wird der Name also groß, ohne klein geschrieben.
Noch ein letzter Punkt in Sachen Namen: Wenn im Wortinneren von Namen größere Buchstabengruppen weggelassen werden, setzt man einen Apostroph. Deshalb können Leute ganz einfach über den Ku’Damm schlendern.
Der Apostroph hat also tatsächlich viel mit Namen zu tun, aber nur in ganz bestimmten Schreibweisen.

Zur Abwechslung: Wann kein Apostroph gesetzt wird

Es gibt inzwischen einige populäre Zweifelsfälle, wann man einen Apostroph setzen könnte. Das hat durchaus etwas mit der Globalisierung der Sprachen zu tun, bekannte Probleme tauchen auch bei der Getrennt- und Zusammenschreibung deutscher und fremdsprachiger Wörter auf. Die Schreibung von verkürzten Jahreszahlen mit Apostroph stammt aus dem englischen Sprachraum, ist momentan aber in der deutschen Sprache noch nicht als Regel vorgesehen: Weihnachten 94. Auch Abkürzungen mit Genitiv- und Pluralformen erhalten keinen Apostroph: des Jhs., die Pkws. Genauso falsch ist der Apostroph aus dem Beitragsbild: Iss wat enthält schlicht keine Auslassung. Es handelt sich dabei ganz regelkonform um eine Flexion, die aus dem Imperativ (die Befehlsform) des Verbes „essen“ resultiert. Wäre es als Frage gemeint, könnte man einen Apostroph hineinschmuggeln: Is’ wat? Aber mit dieser herzlichen Schnodderigkeit wird Claudia ihren Gästen höchstens direkt hinter dem Tresen begegnen – nicht schon im Schaufenster. Sie will ihnen ja etwas zu Essen verkaufen und nicht direkt eine Anmache vor die Füße knallen.

Diesen Artikel habe ich erstmals am 9. Januar 2017 veröffentlicht und am 30.03.2020 umfassend überarbeitet und aktualisiert.

Harte Fakten: Alles Wichtige in Kürze

1.) Apostrophe kennzeichnen unübliche Auslassungen. 2.) Sie können gesetzt werden bei „es“-Anschlüssen, das ist aber nicht zwingend. 3.) Bei Verschmelzungen von Präposition und Artikel ist der Apostroph falsch. 4.) Genau so falsch ist er in der 1. Person Singular Präsens Indikativ.
1.) So ’ne Frechheit. 2.) Mir geht’s gut 3.) Aufs Haus oder ins Herz, das ist mir gleich. 4.) Ich ruf ihn mal.
Im Wortinneren kann der Apostroph bei Ableitungen von Eigennamen stehen, oder er markiert die Auslassung größerer Buchstabengruppen in Wörtern.
Der freudsche/Freud’sche Komplex. Der Ku’Damm befindet sich im Westen der Stadt.
Enden Namen auf s, ss, ß, tz, z, ce und stehen ohne Artikel, kennzeichnet der Apostroph den Genitiv. Ein Apostroph vor dem Genitiv-s von Namen wird normalerweise nicht gesetzt, er kann gelegentlich aber zur Betonung der Grundform verwendet werden. Hans’ Wellensittich ist in Form. Gauß’ Ideen sind spannend. Daniela’s Hundesalon ist sehr zu empfehlen.

 

Bindestrich, Gedankenstrich? So verwendet man den sogenannten Halbgeviertstrich

Punkt, Punkt, Komma, Strich … und fertig? Ja – wenn es so einfach wäre. Mit dem unscheinbaren Wörtchen Strich fangen die Kalamitäten an. Denn es gibt Bindestriche, Streckenstriche, Gedankenstriche. Teilweise unterschiedlich lang, jeweils unterschiedlich eingesetzt. Was, wo und wie erkläre ich in der heutigen Ausgabe des Karacho-Montags. Für alle, denen das ewige Geschreibe gegen den Strich geht, gibt es hier die schnelle Zusammenfassung.

Worauf man beim Nachdenken über Striche kommt: der Gedankenstrich als Rettung des Galgenmännchens

Bei meinen Vorbereitungen zu diesem Blogbeitrag musste ich daran denken, dass man beim Wörterraten in der Schule ja regelmäßig kleine Männchen am Balken baumeln ließ. Ohne die Wortknobelei auf höchstem Niveau zu beherrschen, könnte man den kleinen Kerl vielleicht so retten: ein Galgen aus Bindestrichen, der Strick ein Gedankenstrich …

Gut, ehe es zu abseitig wird, erkläre ich hier den Grund meiner Gedankenspielerei: Bindestriche entsprechen in der Regel einem Viertelgeviert, man kennt sie als „Minus“ auf der Tastatur. Und es gibt Gedankenstriche, die einem Halbgeviert entsprechen, also der doppelten Länge. Microsoft Word verwandelt einen Strich, der mit je einem Leerschritt zwischen zwei Wörtern steht, übrigens automatisch in einen längeren Gedankenstrich. Auch wenn man zwei Striche hintereinander einfügt und dann auf „Enter“ drückt, wird ein Gedankenstrich daraus.

Ein kurzer Galgen aus Bindestrichen, aber ein langer Strich als Seil … müsste doch klappen, oder?

Der Bindestrich – auch Viertelgeviertstrich genannt

Der Bindestrich, auch bekannt als Divis, verbindet zusammengehörende Wörter und ist damit der natürliche Feind falscher Leerzeichen. Zunächst: Beinahe alle Wörter können im Deutschen ganz einfach zusammengeschrieben werden. Der Bindestrich kann eingesetzt werden, um mehr Übersichtlichkeit zu schaffen (Fußballkommentator/Fußball-Kommentator) oder auch zur Hervorhebung einer Zusammensetzung (Karacho-Montag).

Außerdem verbindet der Bindestrich Wörter mit Abkürzungen (EU-Norm) bzw. Konstruktionen aus fremdsprachigen (i. d. R. noch nicht „eingedeutschten“) und deutschen Wörtern; für das Wort Businessclass schlägt der Duden zum Beispiel momentan noch die alternative Schreibung Business-Class vor. Weiterführend habe ich mich mit diesem Thema in einem weiteren Blogartikel zu Bindestrichen im Wortinneren beschäftigt. Schließlich kommt der Bindestrich auch als Ergänzungsstrich (Apfel- oder Rhabarberkompott) und als Strich der Silbentrennung vor. Was allen Anwendungsarten gemein ist: Es gibt keinen Abstand zwischen Wort und Bindestrich.

Der Gedankenstrich – auch Halbgeviertstrich genannt

Die Abstandsregel sieht beim Gedankenstrich ganz anders aus: jeweils ein Leerzeichen trennt ihn vom umgebenden Text. Er wird vor allem als Pausen- bzw. Ankündigungszeichen eingesetzt. Es gab einen Schlag – dann folgte Stille. Ich trat erwartungsvoll in die Küche – Mutter machte wirklich Buchteln! Auch für Einschübe (Teilsatz, Satz, Zusatz) wird der Gedankenstrich, analog zum Komma, verwendet: Diese Buchteln – sie strahlten und dampften in der Schüssel wie pures Gold – waren sein ganzes Glück.

Zu beachten ist dabei, dass die generelle Zeichensetzung unangetastet bleibt: Dass diese Buchteln sein ganzes Glück waren – sie strahlten und dampften in der Schüssel wie pures Gold –, konnte man ohne jeden Zweifel sagen. Mehr dazu finden Sie in meinem Blogbeitrag zur Verwendung der paarigen Gedankenstriche.

Wird der Gedankenstrich hingegen als Streckenstrich verwendet, entfällt der Abstand. Dies – und die Verwendung des kurzen Bindestrichs als Streckenstrich – sind im Lektorat häufig anzutreffende Fehler. Der Streckenstrich steht zum Beispiel bei Öffnungszeiten (9–15 Uhr), Entfernungsangaben (Berlin–Helsinki: ca. 1248 km) oder auch Seitenzahlen (S. 12–14).

Der Gedankenstrich wird zudem als Minuszeichen und zur Kennzeichnung von zeilenweise gegliederten Aufzählungen als Spiegelstrich verwendet. Hier steht er frei vor der Zeile:
Städte, die ich noch besuchen will:

– Helsinki
Berlin
Budweis
Pilsen
– Ostrava
– Florenz

Wer sich für alle typografischen Feinheiten rund um Gedanken- und Bindestriche interessiert, dem sei der entsprechende Artikel auf Typefacts von Christoph Koeberlin ans Herz gelegt.

… fertig ist das Mondgesicht

Im Großen und Ganzen ist das einfache Wörtchen „Strich“ also tatsächlich kein überkomplexes Thema. Bei den meisten Korrekturen spielen nur Verwechslungen von Binde- und Gedankenstrichen sowie das (Nicht-)Einhalten von Abständen eine Rolle. Für den zweiten Gedankenstrich einen kürzeren Bindestrich zu verwenden ist übrigens auch ein beliebter Fehler. Neben den erwähnten Strichen gibt es auch noch den Geviertstrich, der aber sehr selten vorkommt. Er wird im Englischen als Gedankenstrich ohne Abstände eingesetzt.

Lektorat und Text Berlin: Texter und Lektor Christian Wöllecke, Strich, Bindestrich, Gedankenstrich, Streckenstrich und die häufig falsche Anwendung
Bei diesem Beispiel ist mir nicht klar, welcher Regel der Ersteller in puncto Streckenstrichen folgt.

Die verschiedenen Striche sollten beim Schreiben nicht als Marginalien betrachtet werden. Die durchgehend korrekte Verwendung kann nämlich häufig schon als Indikator für die Versiertheit und Sorgfalt im Umgang mit der Sprache angesehen werden. Es gilt also auch hier: kleine Sache, große Wirkung.

Harte Fakten: Die Zusammenfassung am Karacho-Montag

Der Bindestrich
entspricht einem Viertelgeviert. Er wird immer ohne Abstände eingesetzt und verbindet Wörter mit anderen (fremdsprachigen) Wörtern oder Abkürzungen (Karacho-Montag, Business-Class, EU-Norm). Er ist Ergänzungs- und Silbentrennungsstrich. Er liebt Vanille- und Schokobuchteln.

Der Gedankenstrich
ist doppelt so lang wie der Bindestrich (Halbgeviert). Er wird fast immer mit Abständen eingesetzt und gilt als Pausen- und Ankündigungszeichen: Achtung – hier komme ich. Außerdem wird er für Einschübe verwendet. Das ist – und das sehe ich wirklich so – eine schöne Sache. Eine Ausnahme stellt seine Verwendung als Streckenstrich dar (bis-Strich, 9–15 Uhr): Hier entfallen die Abstände.

 

Dieser Artikel erschien am 21. März 2016 in der Reihe „Karacho-Montag“; ich habe ihn am 31. Juli 2019 überarbeitet und angepasst.

Plural bzw. Mehrzahl: Diese Besonderheiten sollten Sie kennen

Den Impuls, einen Beitrag über den Plural zu schreiben, verdanke ich dem „wilden“ Plakat am Straßenrand. Denn den meisten Sprecher/innen dürfte klar sein, dass es Wodkaflaschen heißt, wenn es um den Plural bzw. die Mehrzahl geht. Bei anderen Begriffen wird es schwieriger. Was macht man aus dem Gebirge? Und gibt es Bedarfe? Eine Übersicht mit häufig gesuchten Wörtern und ihrer Mehrzahl findet sich am Ende des Beitrags.

Auf ins Pluralgebirge

Das Gebirge: nicht nur die Gesamtheit von Bergen bzw. eine „zusammenhängende, durch Täler gegliederte Gruppe von hohen Bergen“ (vgl. Duden), sondern auch ein Pluraletantum, also ein Wort, das nur in der Mehrzahl auftritt. Andere Beispiele für solche Plurale sind Ferien, Leute, Unkosten. Damit die Information auf obigem Plakat grammatikalisch richtig wäre, müsste das Wort „Flasche“ die gleiche Singular- und Pluralform aufweisen (der Quader, die Quader) oder nur in der Einzahl vorkommen, also ein Singularetantum sein. Im Gegensatz zu den Begriffen Durst, Hunger, Ruhe oder Schutz bildet Flasche den Plural aber ganz normal. 50 % auf alle Wodkaflaschen. (Im Lektorat würde ich diese Korrekturen anmerken: Abstand zwischen Zahl und Prozentzeichen einfügen, Wodka im Deutschen mit W, Komposita werden zusammengeschrieben.)

Besondere Formen des Plurals bei Fachwörtern: Verbräuche, Betone

Fachwörter haben häufig die Eigenschaft, für Laien unverständlich zu sein. Und noch etwas ist besonders – sie durchkreuzen die üblichen Regelungen für Ein- und Mehrzahl. So können auch Plurale von Bedarf (Bedarfe) oder Salz (Salze) gebildet werden, was in der Allgemeinsprache überflüssig ist. Das führt sogar zu Wörtern wie Blute, Elektrizitäten oder Gersten; aber, wohlgemerkt, alles nur im Bereich der Fachsprache.

Plural und Umlaute: Öfen, Katzen, Schlote

Substantive mit umlautfähigem Stammlokal teilen sich im Normalfall in zwei Gruppen auf: Pluralbildung mit Umlaut (der Ofen – die Öfen) oder ohne Umlaut (die Katze – die Katzen). Zudem gibt es Substantive, bei denen beide Formen standardsprachlich korrekt sind: Nachlasse – Nachlässe, Zwiebacke – Zwiebäcke. Manchmal ist auch eine Form gebräuchlicher, die andere hingegen regional oder umgangssprachlich: Schlote (umgs.: Schlöte), Schlucke (umgs.: Schlücke), Kräne (fachspr.: Krane). Einige Pluralformen zeugen aber auch von der inhaltlichen Unterschiedlichkeit gleichlautender Singularbegriffe: der Bund – die Bunde bzw. die Bünde, der Spund – die Spunde bzw. die Spünde.

Der Plural bei Fremdwörtern: Firmen, Babys, Celli, Spaghetti

Viele Fremdwörter haben heimische Endungen. Einige ersetzen die fremde Singularendung durch heimische Pluralendungen (Firma – Firmen, Mythos – Mythen), andere bewahren ihre fremden Endungen: Appendix – Appendizes, Cello – Celli. An englische Begriffe, die auf den Buchstaben Y enden, wird ein S angehängt: Babys, Ponys. An fremde Pluralendungen wird keine zusätzliche Endung angehängt: Wir essen Spaghetti, sie spielen Soli. Ich habe die einzelnen Themen/Themata in diversen Lexiken/Lexika nachgeschlagen.

Der Gipfel: Verschiedenste Plurale – Aase und Äser, ein Seemann unter Seeleuten, die USA

Sind Sie noch mit dabei beim Ausflug ins Pluralgebirge? Der Gipfel wartet, allerdings ist er übersät mit Menschen, und einige sind ziemlich nervige Zeitgenossen. Sie stehen permanent im Wege herum und werfen Zigarettenkippen in die Natur. Kein Wunder, dass einem gleich das Schimpfwort Äser in den Sinn kommt. Für Tiere – ob lebendig oder tot – ist da schon längst kein Platz mehr, keine Aase weit und breit. Wenn einen bei solchen Zuständen der Ekel packt, dann kann man laut „Ihr Ekel!“ rufen und mit Tränen in den Augen überlegen, wie man wieder hinunterkommt und ob man nicht besser aufgehoben wäre als Seemann unter Seeleuten. Oder ob gar eine Auswanderung infrage käme – vielleicht in die USA? Weil es sich um einen pluralischen Ländernamen handelt, schreibt man: „Er kommt aus den USA. Die USA bestreiten dies.“

Und wie lautet der Plural von Plural?

Ganz einfach, es heißt: die Plurale. Die Bildung erfolgt ziemlich regelkonform wie bei den meisten männlichen und sächlichen Substantiven. Man hängt ein e an, und schreibt z. B. auch Bericht/Berichte, Boot/Boote.

Hier noch eine Übersicht häufig gesuchter Pluralformen:

  • Bonus – Boni, auch Bonusse
  • Komma – Kommas, auch Kommata
  • Semikolon – Semikolons oder Semikola
  • Cello – Cellos, auch Cellis
  • Graffito – Graffiti
  • Sog – Soge

Diesen Blogbeitrag habe ich erstmals am 30. Mai 2016 veröffentlicht und am 05. Juni 2019 umfassend überarbeitet und umgeschrieben.

Harte Fakten

Fast alle Wörter bilden separate Pluralformen, außer Wörtern:
die nur im Plural vorkommen (sog. Pluraliatantum: Ferien, Kosten),
die nur im Singular vorkommen (sog. Singulariatantum bzw. Singulariatantums: Hunger, Durst),
deren Singular- und Pluralform gleich ist (zum Beispiel Quader).
Pluralbildungen erfolgen mit oder ohne Umlaut: der Hafen/die Häfen, die Barkasse/die Barkassen. Manchmal gibt es Pluaralvarianten mit und ohne Umlaut, dies geht mit Bedeutungsänderungen einher: der Spund/die Spunde bzw. die Spünde.
Manche Fremdworte mit fremder Singularendung erhalten heimische Pluralendungen (Firma – Firmen), andere behalten auch im Plural die fremde Endung: Bonus – Boni (aber auch: Bonusse).
An englische Begriffe, die auf Y enden, wird im Plural ein S angehängt (Ponys).
Fremde Pluralendungen erhalten keine zusätzliche Endung: Ich habe tütenweise Spaghetti gekauft.

 

Nach Doppelpunkt groß oder klein? Wie geht es weiter?

Der Doppelpunkt als Zeichen der Ankündigung bringt eine häufige Frage mit sich, das merke ich in der Korrektur. Geht es groß oder klein weiter, wenn er gesetzt wurde? In diesem Beitrag will ich die Antwort und eine Erklärung liefern. Karacho-Kenner wissen es bereits: Eine Zusammenfassung des Beitrags für alle Eiligen gibt es am Ende des Artikels.

Im Alphabet steht er zwischen Doppelprogramm und Doppelqualifikation. Der Duden kennt ihn als Satzzeichen in Form zweier übereinanderstehender Punkte. Selbst wer ihn nicht aktiv setzt, verwendet ihn ziemlich sicher; der Doppelpunkt ist ein Grundbaustein von Smileys. Als Satzzeichen wird er zur Trennung von Worten oder Einheiten schon lange verwendet. Man findet ihn zum Beispiel auf dem Nestorbecher von Ischia aus dem 8. Jahrhundert v. Chr., dort setzt er Versteile voneinander ab.
Während Smileys ganz einfach zusammengesetzt werden, ist die Schreibung nach dem Doppelpunkt bestimmten Regeln unterworfen, die ich an dieser Stelle erläutern möchte.

Großschreibung nach Doppelpunkt: Substantive und Eigennamen bleiben, wie sie sind

Wer den Doppelpunkt als Satzzeichen verwendet, stellt sich fast immer die gleiche Frage: Wann geht großgeschrieben weiter, wann klein?

Zuerst das Einfache: Substantive und Eigennamen werden nach Doppelpunkt wie üblich großgeschrieben. Es gab nur eine, die ich wollte: Tina. Auch wenn eine direkte Rede folgt, wird großgeschrieben. Sie fragte: „Wen willst du?“

Sätze nach Doppelpunkt: Groß weiter, wenn sie als selbstständig gelten, sonst folgt Kleinschreibung

Darüber hinaus folgt die Großschreibung, wenn nach dem Doppelpunkt ein selbstständiger Satz folgt. Eines war mir schon immer klar: Ich wollte Tina. Paul, Georg, Ole: Das sind alles tolle Männer.

Wenn man einen eigenständigen Satz nach dem Doppelpunkt als Zusammenfassung des vorher Gesagten auffasst, kann ein solcher Satz auch kleingeschrieben weitergehen. Im Prinzip könnte in diesem Fall auch ein Gedankenstrich statt des Doppelpunktes stehen. Also: Paul, Georg, Ole – das sind alles tolle Männer. Andersherum können auch Sätze, die nicht selbstständig sind, als in sich geschlossene Sinneinheit angesehen werden. Wenn man den Doppelpunkt auch durch einen Punkt ersetzen könnte, folgt Großschreibung.
Peter, Max und Moritz helfen wo sie können: Alles tolle Männer.

Grundsätzlich gilt aber, dass unselbstständige Einzelwörter oder eine Wortgruppe nach dem Doppelpunkt kleingeschrieben werden.
Heute in der Kantine: drei Grützwürste mit Kartoffelbrei. Ich wusste nur eines: dass ich Tina wollte.

In Überschriften bleiben die beschriebenen Regeln gleich

All diese Regeln gelten übrigens 1:1 für Überschriften. Wenn sich eine Erläuterung durch nämlich, das heißt, das ist, zum Beispiel und dergleichen anschließt, steht immer ein Komma statt des Doppelpunktes.

Doppelpunkte überall

Was Texter wissen: Doppelpunkte können glücklich machen, indem sie strukturieren, den Leser auf das Kommende aufmerksam machen, eine Begründung, Erläuterung und Fortführung ankündigen. Und sie scheinen eine schier unerschöpfliche Quelle für Benennungen zu sein. So gibt es eine Agentur mit dem Namen Doppelpunkt, aber auch ein evangelisches Wochenmagazin oder eine Publikation der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Und auch das dgs-doppelpunkt Fortbildungsinstitut für Sprachheilpädagogik macht seinem Namen alle Ehre. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen, Sprachdoppelpunkte allerorten in der Google-Ergebnisliste.

Wie bei jedem anderen Satzzeichen auch sollte sich allerdings keine Flut über den Text ergießen. In einigen Projekten habe ich schon Vorgaben gefunden, dass man zum Beispiel Doppelpunkte oder Gedankenstriche nur einmal pro Absatz verwendet. Gerade beim Lesen am Bildschirm wirkt der Text sonst schnell überladen.

Diesen Beitrag habe ich zuerst am 7. März 2016 veröffentlicht und am 16. Januar 2019 grundlegend überarbeitet und erweitert.

Titelbild: Mel Poole on Unsplash

Harte Fakten: Die Zusammenfassung am Karacho-Montag

Großschreibung folgt nach dem Doppelpunkt bei selbstständigen Sätzen, direkter Rede, Substantiven, in sich abgeschlossenen Sinneinheiten und Eigennamen.

Nach dem Doppelpunkt geht es klein weiter, wenn Einzelwörter oder Wortgruppen folgen oder wenn ein selbstständiger Satz als Zusammenfassung des Gesagten verstanden wird.

 

Semikolon: weder Komma noch Punkt. Wann sollte man es setzen?

Das Semikolon – auch Strichpunkt genannt – macht sich in vielen deutschen Texten rar. Und das nicht nur, weil es für Augenrollen bei allen Freunden fester Regeln sorgt. Darum will ich heute darüber schreiben, wann man ein Semikolon setzen kann. Am schnellsten informiert wie immer die Zusammenfassung am Karacho-Montag. Allen anderen sei der gesamte Text empfohlen.

Eins vorweg: Wer darauf hofft, dass man etwas völlig Verbindliches über das Semikolon sagen kann, wird enttäuscht. Das Semikolon ist ein Zwitter aus Komma und Punkt. Es schiebt sich ein wenig aus dem Regelkanon der deutschen Sprache. Das Semikolon kann freier als andere Satzzeichen verwendet werden, es trennt stärker als ein Komma, aber schwächer als ein Punkt. Dagegen ersetzt es nicht die Gedankenstrich. Bevor ich trotzdem ein paar Empfehlungen gebe, wie man das Semikolon benutzt, hier noch ein wenig Wissen für den nächsten Party-Small-Talk. „Wusstest du übrigens, dass ein Semikolon wie das Komma zwei Pluralformen hat? Ja … tatsächlich, Semikolons oder Semikola.“

Wann sollte man ein Semikolon setzen – Einsatzgebiet eins: Aufzählungen

Völliges Chaos herrscht beim Thema Semikolon aber trotzdem nicht. Es ist sehr gut dazu geeignet, in längeren Aufzählungen einzelne Sinneinheiten abzutrennen: In unserem Geschäft verkaufen wir Hamster, Meerschweine, Hasen; Sittiche, Papageien, Zebrafinken; Schnappschildkröten, Landschildkröten und Sumpfschildkröten. Besonders umfangreiche Aufzählungen werden in solchen Portionen leichter lesbar. Noch deutlicher wird dies, wenn Verben fehlen:
Teilnehmer von links nach rechts: Herr Meyer, Herr Müller, X AG; Frau Nadel, XY GmbH; Frau Müller, Herr Schnabel, XYZ AG

Wann man ein Semikolon noch verwenden kann – Einsatzgebiet zwei: gleichrangige Teilsätze

Gleichrangige Teilsätze, also zum Beispiel Hauptsätze, lassen sich mit dem Semikolon voneinander abgrenzen, wenn die Trennung mit einem Punkt zu deutlich wäre. Dabei bezieht man sich vor allem auf die inhaltliche Zusammengehörigkeit von Hauptsätzen. Da das Semikolon einen nebenordnenden Zweck erfüllt, also gleichwertige Satzteile verbindet, trennt es nie Haupt- und Nebensätze.

Ich fuhr nach Berlin; meine Tante aber fuhr nach Prag.

Ich kaufte eine Schnappschildkröte; später kaufte ich mir eine Sumpfschildkröte hinzu, die allerdings bald davonschwamm.

Zudem wird das Semikolon bei Anschluss mit Konjunktionen oder Adverbien wie deswegen, deshalb, daher, denn, doch, darum verwendet.

Ich kaufte eine Schnappschildkröte; deshalb hatte ich bald rote Fingerspitzen. Im Büro haben wir quergelüftet; deswegen habe ich mich erkältet.

Scheinbar überflüssig, selten gebraucht: Wer trotzdem für das Semikolon einsteht

Wie die Beispiele zeigen, ist das Semikolon eine ziemlich optionale Angelegenheit; was darin mündet, dass man es im Lektorat nur sehr selten zu Gesicht bekommt. Man kann also durchaus die Frage stellen, warum man ein Semikolon setzen sollte bzw. warum es überhaupt benutzt wird. Die strukturierende Funktion ist vielleicht noch am stärksten in der Trennung bestimmter Elemente einer Aufzählung zu erkennen. Gerade bei Aufzählungen in Bildunterschriften oder Datenblättern kann ein Semikolon das Lesen erleichtern. Für das Semikolon als Zeichen intellektueller Wahlfreiheit im Schreibprozess tritt ein kurzer Artikel von Johannes Waechter in der „Süddeutschen Zeitung“ ein. Eine weitere Hommage auf das Semikolon mit historischer Erläuterung stammt von Kathrin Klette und ist in der „NZZ“ erschienen.

Diesen Artikel habe ich am 4. April 2016 veröffentlicht und am 28. November 2018 überarbeitet und erweitert.

Harte Fakten: Die Zusammenfassung am Karacho-Montag

Das Semikolon trennt stärker als ein Komma und schwächer als ein Punkt. Man sollte es in folgenden Fällen setzen:

  • Sinneinheiten in Aufzählungen: Wir lieben Brezeln, Sauerkraut, Kartoffeln; Pasta, Pizza, Lasagne; Baguettes, Croissants und Coq au vin.
  • Trennung von gleichrangigen Sätzen: Ich glaube, ich sehe den Zug jetzt kommen; heute ist er spät dran.
  • Satzanschluss über Konjunktionen wie deshalb, deswegen, daher, dennoch, doch: Der Zug war unpünktlich; deswegen kommen wir zu spät.

 

Komma vor „sowie“ bei Aufzählungen?

Kommas vor sowie können einen überall anspringen. Ich sehe sie oft im Lektorat, neulich fiel auch eines gleich frühmorgens über mich her, direkt vom Druck auf der Brötchentüte. Richtig steht das Komma in den meisten Fällen trotzdem nicht.

Das Komma vor sowie bereitet offensichtlich regelmäßig Probleme. Nicht umsonst ist dieser Artikel einer der am häufigsten aufgerufenen auf meiner Website. Vielleicht liegt es daran, dass die Stellung des Wortes sowie nicht ganz klar ist, es so anders als das Wort und erscheint. Eine Zusammenfassung und schnelle Übersicht findet sich am Ende dieses Textes.

Schauen wir uns eine Konstruktion an, in der das Komma klassischerweise falsch gesetzt wird: Wir verkaufen Hundetränken, Katzentränken und Vogeltränken, sowie Meerschweinchentränken. In dieser Aufzählung steht sowie als Und-Ersatz; man versucht damit, eine Doppelung zu vermeiden – stilistisch ist das aber nicht gerade die beste Lösung. Allerdings ergibt sich gerade aus dieser Analogie, dass nämlich sowie ein und ersetzen kann, auch die Kommaregel. Beide Wörter sind Konjunktionen, die Satzteile oder Sätze verbinden. Es handelt sich bei ihnen um nebenordnende Konjunktionen, sie werden also genau gleich eingesetzt. Der Satz zu den Tiertränken wird daher ohne Komma vor sowie geschrieben. Übrigens gibt es auch unterordnende Konjunktionen wie um oder weil. Bei einer solchen Verbindung setzt man immer ein Komma. Wir verkaufen Tränken, weil die Tiere sonst verdursten. Viele Menschen kaufen Tränken im Internet, um Geld zu sparen.

Richtig? – Ja. Schön? – Nein

Auch wenn man Aufzählungen mit sowie gliedern kann, ist dies nur selten Ausdruck guten Stils. Man kann eine Aufzählung zum Beispiel problemlos mit vier Gliedern gestalten und dann das letzte Wort hinter das und ordnen: Wir verkaufen Hundetränken, … Vogeltränken und Meerschweinchentränken. Man spart sich damit das ungelenke sowie und eine weitere Silbe. Außerdem kann man die Sätze auch einfach teilen, was sich bei längeren Aufzählungen besonders anbietet. Wir verkaufen Hundetränken und Katzentränken. Wir haben auch Tränken für Vögel und Nager wie Kaninchen und Meerschweinchen im Angebot.
Ohne Not sollte man und ohnehin nie durch sowie ersetzen, was ich in einem anderen Beitrag zum Wesen der Konjunktion „und“ bereits ausgeführt habe. Ich finde, solche Sätze lesen sich sonst sehr umständlich, sie haben fast schon „beamtischen“ Charakter. Wann der Ersatz trotzdem möglich ist, steht ebenfalls in meinem Beitrag zum und.

Ich will aber unbedingt ein Komma vor „sowie“ setzen!

Auch das ist möglich. In diesem Fall muss sowie allerdings anders gebraucht werden. Nicht mehr im Sinne von und, sondern als Konjunktion, die einen Nebensatz einleitet. Sowie wird dann analog zu sobald gebraucht: Ich verlasse das Geschäft, sowie ich eine Meerschweinchentränke gekauft habe. Wie so oft kommt es in der deutschen Sprache also auf den konkreten Einzelfall an, viele Wörter können je nach Einsatz im Satzgefüge auf verschiedene Art und Weise funktionieren.

Scheiden tut weh

Das war es dann auch schon fast; aber wo wir gerade beim Thema Trennung sind: So wie wird getrennt geschrieben, wenn es sich um einen Vergleich handelt: So, wie ich den Wöllecke kenne, kann er sich keine Beispielsätze ohne abstrus lange Wörter wie Meerschweinchentränke ausdenken. Stimmt!

Dieser Artikel erschien zuerst am 3. März 2017 und wurde vom mir am 19. März 2018 überarbeitet und erweitert.

Harte Fakten: Die Zusammenfassung am Karacho-MontagFreitag

Erfüllt sowie in einer Aufzählung die Funktion von und, wird kein Komma gesetzt. Ich kaufe Pilze, Speck und Eier sowie Petersilie. In den meisten Fällen ist ein zusätzliches sowie aber nicht nötig.
Ein Komma kommt vor sowie, wenn es im Sinne von sobald gebraucht wird. Sowie ich da war, musste ich ein Bier trinken.
Getrennt schreibt man es, wenn sowie in einem Vergleich steht. Dieses Auto ist superschnell, nicht so wie deine alte Karre.