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Alles Gute zum Geburtstag: So schreiben Sie die Grußformel richtig

Ob Sie alles Gute für 2021 wünschen oder zum Geburtstag, zum Frauentag oder zur Geburt gratulieren: „Alles Gute“ ist das Basic-Teil im sprachlichen Kleiderschrank, wenn es um Glückwünsche geht. Heute zeige ich Ihnen deshalb, was es bei der Schreibung dieser Grußformel zu beachten gilt.

Alles Gute: Großschreibung oder Kleinschreibung?

In den meisten Fällen kommt im Zusammenhang mit der Schreibung von „alles Gute“ die Frage auf, ob klein oder groß zu schreiben ist. Es gilt Folgendes:
„Alles“ schreiben Sie nur dann groß, wenn es am Satzanfang steht. Es handelt sich dabei um ein Pronomen, das von der Grundform „all“ abstammt. Es wird auch mit einem Artikelwort nicht großgeschrieben: das alles finde ich gut. Nur in feststehenden Wendungen kommt auch die Großschreibung vor: Mein Ein und Alles.
Das Wort „Gute“ wird immer großgeschrieben, denn es handelt sich hierbei um ein Adjektiv (gut), das wie ein Substantiv gebraucht wird: das Gute. Die Großschreibung wird dabei in der Regel durch Signalwörter wie alles, etwas, nichts angezeigt. Darum schreibt man unter anderem auch:
Das bedeutet nichts Gutes. Wünsch dir etwas Schönes.
Auf die Frage des Artikels bezogen schreiben Sie also:

  • Alles Gute für 2020. (Wenn Sie lieber ein frohes neues Jahr wünschen wollen, können Sie sich dazu in meinem Blogartikel Wie schreibt man „ein gesundes neues Jahr“? Groß oder klein? informieren.)
  • Ich wünsche alles Gute zum Geburtstag.
  • Alles Gute zum Geburtstag. Umgedreht geht natürlich auch: Zum Geburtstag alles Gute. Und wenn Sie besonders herzlich gratulieren möchten, können Sie auch Alles, alles Gute zum Geburtstag schreiben.
  • Zum Frauentag alles Gute.

Genau so: alles Liebe, alles Schöne, das Beste

Sie können natürlich nicht nur alles Gute wünschen, sondern auch alles Liebe, nur das Beste und Ähnliches. Auch hier verhält es sich so, wie von mir beschrieben: die Wörter werden als Substantive aufgefasst durch das vorangehende alles bzw. durch den Artikel.

  • Alles Liebe und Gute zum Geburtstag!
  • Zur Hochzeit wünschen wir nur das Beste.

Ich hoffe, die nächste Grußkarte oder E-Mail geht Ihnen nun leichter von der Hand.

Auf einen Blick

Bei Alles Gute wird Gute immer großgeschrieben, alles nur am Satzanfang.

Apostroph: So setzen Sie ihn richtig

Ursprünglich hatte ich diesen Blogbeitrag „Das Geheimnis der Apostrophe“ genannt. Klingt allerdings irgendwie nach Tierdoku, vielleicht auch nach historischem Roman. Völlig abwegig ist es trotzdem nicht, denn der Apostroph erscheint vielen Schreiber/-innen als rätselhaftes Wesen. Das möchte ich mit diesem Beitrag ändern.

Fangen wir mit den guten Nachrichten an: Apostrophe sind keine Exoten, sondern im Gegenteil sogar häufig zu sehen. Das Problem dabei: Bei Tine’s Friseurshop, Bernd’s Wurstexpress und Claudia’s Iss’ wat braucht es meistens gar kein Apostroph – oder die Setzung ist gleich ganz und gar falsch. Ein Grund dafür ist vielleicht, dass die Anwendung nie wirklich eingeübt wurde, weil das Apostroph in der Schule keine Rolle gespielt hat.
Meistens scheint der Apostroph etwas mit dem Genetiv zu tun zu haben. Und man setzt ihn offensichtlich auch, wenn am Ende eines Wortes ein zusätzliches „s“ angehangen wird. Das ist in manchen Fällen richtig, zum Beispiel bei „Geht’s dir gut?“, aber oft auch falsch: „Dieser Text liest sich wie ein einziger Schuss in’s Blaue.“
In vielen Fällen wird der Apostroph jedoch vor allem als Zeichen der Auslassung gebraucht, und damit fange ich an. Zuvor noch kurz zum Zeichen selbst: Mit dem vermeintlichen Apostroph auf der Tastatur ist es, typografisch korrekt, jedenfalls nicht getan. Hier liefert typefacts einen schönen Artikel zum Apostroph und allem, was man typografisch dazu wissen sollte.

Keiner da? Der Apostroph bei fehlenden Buchstaben bzw. Auslassungen

Apostrophe stehen in der Regel dort, wo etwas ausgelassen wird. Ruft also ein froher, aber übermüdeter Nachtschwärmer seinen unternehmungslustigen Kumpanen „Habt noch ’ne schöne Nacht“ zu, dann wird ein Apostroph gesetzt, weil eigentlich „eine schöne Nacht“ gemeint ist.
Bleiben wir noch kurz in der Szene. Der bettbereite Nachtschwärmer hebt den Fuß verträumt über eine Pfütze, und einer der dankbaren Freunde warnt ihn, ruft: „Hab Acht!“ Dann braucht es in diesem Fall keinen Apostroph, weil es sich um einen üblichen Befehl, einen Imperativ, handelt und diese Flexion, also Beugung, üblich ist. Geh mir fort. Bleib doch stehen. Trink aus!
Weil ich vorher schrieb, dass der Apostroph in der Regel bei Auslassungen gesetzt wird: Dies gilt für schwer lesbare oder missverständliche Formen. In der ersten Person Singular des Präsens Indikativ (Ich + Verb in der Jetztzeit) setzt man ihn  normalerweise nicht, da in der Regel beide Formen üblich sind. Ich habe/hab da was gehört. Ich hole/hol ihn mal eben. Wenn

Lektorat Berlin Christian Wöllecke: Ein Apostroph ist unnötig, wenn es sich um einen üblichen Befehl handelt: Verleih deinen Träumen Flügel.
Ein Apostroph braucht es hier nicht, da die Endung in der 1. Person Singular des Präsens Indikativ so oder so geschrieben werden kann: Verleih/Verleihe deinen Träumen Flügel.

Verschmelzungen: Der Apostroph und das angehängte „S“

Auch die vorhin beschriebene Setzung des Apostrophs bei angehängtem „S“ ist nicht zwingend, zumindest wenn es um Verschmelzungen von es mit vorangehenden Verben geht. Mir geht’s gut oder mir gehts gut. Falsch ist solch ein Apostroph dann, wenn es sich um Verschmelzungen aus Präposition und Artikel handelt. Wenn sie als allgemein üblich gelten, erhalten sie keinen Apostroph: ans, aufs, hinters, vors, beim, zum, übern, vorn. Wichtig ist in diesem Fall, einheitlich zu bleiben. Wer sich für Los geht’s entscheidet, muss dies mit allen ähnlichen Varianten durchhalten. Gleichzeitig muss man sich aber auf die Finger klopfen, wenn man Dinge wie schnell mal ums Haus schreibt. Denn bei um + das handelt es sich um die bereits beschriebene Verschmelzung von Präposition und Artikel.
Eine beliebte, aber leider falsche Überlegung ist es außerdem, dass man ein „S“ bei Substantiven oder auch bei Familiennamen anhängen könnte. Die Besitzerin des Fahrrads, der Admin des Systems … Hier wohnen die Müllers. All diese Wendungen bleiben ohne Apostroph.

Lektorat Berlin Christian Wöllecke: Dem Wort Handy wird im Genitiv kein "s" mit Apostroph angehängt: des Handys.
Ein falsches Apostroph in freier Wildbahn: Das „S“ wird bei Substantiven direkt angehängt.

Namen und Apostrophe

Es gibt aber trotzdem eine Regel, nach der Apostrophe bei Namensnennungen gesetzt werden. Endet ein Name ohne dazugehörigen Artikel im Genitiv auf s, ss, ß, tz, x, ce, dann wird ein Apostroph gesetzt. Wir sagen nicht Eliases Gyrosland oder Andreases Wurstbude, sondern Elias’ Gyrosland, Max’ Wurstexpress. Schauen wir uns den Fall von Andrea und Andreas an: Wenn Andreas’ Imbisseck von Andrea übernommen würde, hieße es entweder Andreas Imbisseck oder aber auch Andrea’s Imbisseck. Auch wenn nicht ganz klar wird, warum man es braucht, ist der Apostroph bei Andrea’s Imbisseck laut Duden zur Kennzeichnung der Grundform des Namens zulässig. Ein Apostroph vor dem Genitiv-s von Namen ist ansonsten aber unüblich.
Aber ein Apostroph kann auch mitten in einem Namen auftauchen. Ob es dabei um Martin Heidegger oder Mario Barth geht, ist in diesem Fall völlig egal. Spricht man von ihrer Art und Weise, also wie sie Dinge angehen oder tun, sind zwei Formen legitim: der heideggersche oder der Heidegger’sche Hammer. Die barthsche oder Barth’sche Lehre, dass Frauen nicht mit diesem Hammer umgehen können. Mit Apostroph wird der Name also groß, ohne klein geschrieben.
Noch ein letzter Punkt in Sachen Namen: Wenn im Wortinneren von Namen größere Buchstabengruppen weggelassen werden, setzt man einen Apostroph. Deshalb können Leute ganz einfach über den Ku’Damm schlendern.
Der Apostroph hat also tatsächlich viel mit Namen zu tun, aber nur in ganz bestimmten Schreibweisen.

Zur Abwechslung: Wann kein Apostroph gesetzt wird

Es gibt inzwischen einige populäre Zweifelsfälle, wann man einen Apostroph setzen könnte. Das hat durchaus etwas mit der Globalisierung der Sprachen zu tun, bekannte Probleme tauchen auch bei der Getrennt- und Zusammenschreibung deutscher und fremdsprachiger Wörter auf. Die Schreibung von verkürzten Jahreszahlen mit Apostroph stammt aus dem englischen Sprachraum, ist momentan aber in der deutschen Sprache noch nicht als Regel vorgesehen: Weihnachten 94. Auch Abkürzungen mit Genitiv- und Pluralformen erhalten keinen Apostroph: des Jhs., die Pkws. Genauso falsch ist der Apostroph aus dem Beitragsbild: Iss wat enthält schlicht keine Auslassung. Es handelt sich dabei ganz regelkonform um eine Flexion, die aus dem Imperativ (die Befehlsform) des Verbes „essen“ resultiert. Wäre es als Frage gemeint, könnte man einen Apostroph hineinschmuggeln: Is’ wat? Aber mit dieser herzlichen Schnodderigkeit wird Claudia ihren Gästen höchstens direkt hinter dem Tresen begegnen – nicht schon im Schaufenster. Sie will ihnen ja etwas zu Essen verkaufen und nicht direkt eine Anmache vor die Füße knallen.

Diesen Artikel habe ich erstmals am 9. Januar 2017 veröffentlicht und am 30.03.2020 umfassend überarbeitet und aktualisiert.

Harte Fakten: Alles Wichtige in Kürze

1.) Apostrophe kennzeichnen unübliche Auslassungen. 2.) Sie können gesetzt werden bei „es“-Anschlüssen, das ist aber nicht zwingend. 3.) Bei Verschmelzungen von Präposition und Artikel ist der Apostroph falsch. 4.) Genau so falsch ist er in der 1. Person Singular Präsens Indikativ.
1.) So ’ne Frechheit. 2.) Mir geht’s gut 3.) Aufs Haus oder ins Herz, das ist mir gleich. 4.) Ich ruf ihn mal.
Im Wortinneren kann der Apostroph bei Ableitungen von Eigennamen stehen, oder er markiert die Auslassung größerer Buchstabengruppen in Wörtern.
Der freudsche/Freud’sche Komplex. Der Ku’Damm befindet sich im Westen der Stadt.
Enden Namen auf s, ss, ß, tz, z, ce und stehen ohne Artikel, kennzeichnet der Apostroph den Genitiv. Ein Apostroph vor dem Genitiv-s von Namen wird normalerweise nicht gesetzt, er kann gelegentlich aber zur Betonung der Grundform verwendet werden. Hans’ Wellensittich ist in Form. Gauß’ Ideen sind spannend. Daniela’s Hundesalon ist sehr zu empfehlen.

 

Wie finden Sie ein gutes Lektorat?

Wenn Sie einen Text überarbeiten lassen wollen, dann stellen Sie sich vielleicht die Frage, wie Sie ein gutes Lektorat finden und wie Ihr Text davon profitiert. Ich möchte das Thema an dieser Stelle für Sie aus meiner persönlichen Sicht als Lektor beleuchten.

Wenn ich nicht gerade lektoriere, widme ich mich als Stadtimker in Berlin gern meinen Bienen. Bienen und Buchstaben haben nicht besonders viel gemeinsam, Imkerinnen und Lektoren dagegen schon. Denn ob es nun um Menschen geht, die Texte überarbeiten, oder solche, die Bienen halten – häufig treffen in größeren Runden unterschiedliche Meinungen und Vorstellungen aufeinander. Jeder kennt den fachlich einen besten Weg und hat auch Erfolg damit. Das liegt durchaus in der Natur der Sache: Jedes Bienenvolk ist einzigartig, jeder Text (im Idealfall) auch. Und auch das Drumherum, der Kontext, beeinflusst ganz enorm. Bei den Bienen geht es um den Stellplatz des Volkes, die Witterung, die Eigenheiten der Königin. Bei Texten geht es um die Zielgruppe, das Medium, die Intention des Autors bzw. der Autorin. Viele Wege führen nach Rom, was die Entscheidung für Sie natürlich nicht einfacher macht.

Ein gutes Lektorat ist, anders als ein Korrektorat, Geschmackssache

Sie sehen also schon: Die Frage nach dem guten Lektorat ist vor allem durch die Perspektive geprägt. Über Rechtschreibfehler lässt sich hingegen in den meisten Fällen nicht streiten. Ein Korrektorat ist vergleichbar über die Zahl der gefundenen und ausgemerzten Fehler, auch wenn naturgemäß Fehler im Text verbleiben. Perfektion ist schlicht unmöglich. Ob aber ein Satz gekürzt oder umgestellt werden sollte, ob er sich holprig anhört, ob das richtige Wort gewählt wurde oder ein besseres Synonym existiert – all das liegt im Auge des Betrachters. Es gibt zwar allerlei Fibeln und Vorschläge für guten Stil, aber in den meisten Fällen wird der Lektor oder die Lektorin nur einen gewissen Teil davon verinnerlicht haben und den Rest aus eigener Lektüre und nach eigenem Gusto herleiten.

Lektorat light oder intensive Arbeit am Text? Samt- oder Boxhandschuhe – Sie haben die Wahl

Zu vergessen ist auch nicht, dass Lektor/innen ganz unterschiedlich stark in Texte eingreifen. Ich persönlich muss das Gefühl haben, dass der Text „läuft“. Es geht dann weniger darum, das Geschriebene in eine andere Richtung zu biegen, sondern innerhalb seiner eigenen Range eine stilistische Einheitlichkeit herzustellen, also zu schauen, wo der Text plötzlich aus dem gefundenen Schema ausbricht. Allein, solche Regeln gelten für Gebrauchstexte; würde ich einen Roman lektorieren, der bewusst experimentieren und brechen will, müsste ich schon wieder ganz anders anfangen. Kontext is king, sozusagen, und auch die größte Herausforderung für Korrektursoftware, die Stilverbesserungen anbietet. Aber nicht immer kann ich einfach so drauf loshauen. Manchmal liegt es an Befindlichkeiten des Autors bzw. der Autorin, manchmal sind starke Eingriffe schlichtweg nicht erwünscht und nötig. Dies kann der Fall sein, wenn man immer noch stark die Tonalität des ursprünglichen Textes behalten will, also maximal eine leichte Glättung erlaubt ist. Dann heißt es: lektorieren mit Samthandschuhen.

Personality: Lesen Sie Lektoren wie ein Buch

Was aber bedeutet dies alles für die Frage nach einem guten Lektorat? Wie geraten Sie an die Lektorin, die am besten zu Ihrem Text passt? Wie finden Sie den Lektor, der Ihren Vorstellungen am Nächsten kommt? Ich bleibe dabei: Einen festen Katalog kann ich Ihnen nicht an die Hand geben. Es kann sogar sein, dass eine hervorragende Lektorin ein paar Rechtschreibfehler auf Ihrer Website hat, ein astreiner Korrektor Ihren Text dafür stilistisch verwässert. Weil nur ein gewisser Teil des Lektorats Handwerk ist und sich dieses Handwerk wie bereits beschrieben nur schwer qualitativ vergleichen lässt, sollten Sie auf das passende Gesamtpaket achten. Wenn Sie blumige Texte hassen, lassen Sie das Lektorat mit eher floral geprägtem Websitedesign und einem Hang zu Schnörkelschrift aus. Reichen Sie Ihre Unternehmensbroschüre nicht unbedingt dort ein, wo es sonst vor allem um Selfpublisher und Genreromane geht. Erwarten Sie nicht von einer Korrekturplattform, die sich an Studenten und Studentinnen richtet, dass Sie dort hervorragende Arbeit zu günstigen Preisen bekommen. Bei Freelancern hingegen kann es sein, dass die Kapazitäten gerade nicht da sind oder Ihnen das Lektorat zu teuer vorkommt.
Im BWL-Studium habe ich gelernt: Maximale Qualität zum günstigsten Preis – das geht nicht. Sie können maximal eine bestimmte Qualität zu einem festen Preis bekommen. Billig ist jedoch nicht automatisch schlecht, teuer nicht automatisch gut; der Preisvergleich ist einfach ein wichtiger Bestandteil des Bewertungspakets.

Reden ist Gold, und Sympathie sorgt für gute Texte

Im Endeffekt ist es also wie so oft: Sie sehen erst am Ende, was wirklich herauskommt, wenn Sie nicht gerade vorab ein Probelektorat vereinbaren oder sich sehr früh zeigen lassen, in welche Richtung die Überarbeitungen gehen. Beides ist möglich. Ansonsten verlassen Sie sich am besten auf Ihr Gefühl und Ihren Verstand: Sympathie und gegenseitige Wertschätzung führen allein schon in fast allen Fällen zu besseren Texten. Und vergessen Sie auch nicht, zu sagen, was Sie gern hätten und worauf Sie Wert legen. Durch klare Absprachen lassen sich Enttäuschungen am einfachsten vermeiden. Ich wünsche Ihnen in jedem Fall das beste Lektorat für Ihr Projekt. Gut geschriebene Texte kann es schließlich nie genug geben.

Doch noch eine Art Checkliste

Ein paar kurze, subjektive Überlegungen, die Sie bei der Suche nach einem guten Lektorat unterstützen sollen.

  1. Kontext is king: Suchen Sie den richtigen Lektor bzw. die richtige Lektorin für Ihre Art von Text.
  2. Vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl. Sympathie ist Trumpf.
  3. Fordern Sie ein Probelektorat an oder lassen Sie sich früh erste Ergebnisse zeigen.
  4. Kommunizieren Sie klar, was Sie sich vom Lektorat wünschen und für den Text erhoffen.
  5. Suchen Sie nicht das günstigste Angebot, sondern dasjenige, das Ihnen für Ihre Vorstellungen angemessen erscheint.

Titelbild: Volkan Olmez on Unsplash

Bürourlaub vom 23. Dezember 2019 bis 6. Januar 2020

Ein paar Tage hat 2019 noch, aber ich verabschiede mich bereits heute von Ihnen für dieses Jahr. Ich bedanke mich für die vielen spannenden und interessanten Projekte, durch die ich in den letzten 12 Monaten wieder eine Menge Neues ganz nebenbei kennengelernt habe – einer der vielen Vorteile meines schönen Berufes.

Allen Besuchern und Besucherinnen meiner Website, Kunden und Kundinnen, Kollegen und Kolleginnen wünsche ich ein besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Und wenn es dann so weit ist, natürlich auch ein gesundes neues Jahr. Ich hoffe, wir begegnen uns bald wieder.

Ich bearbeite eingehende Anfragen ab dem 6. Januar 2020, kann Ihnen für größere Projekte aber erst wieder Kapazitäten ab März 2020 einräumen.

Beitragsbild: Photo by erin walker on Unsplash

Zurzeit oder zur Zeit? Wann wird getrennt, wann zusammen geschrieben?

Zurzeit oder zur Zeit? Ja, Zeit ist nicht nur in Sachen Rechtschreibung ein Thema. Sie ist relativ, schleicht grundsätzlich in Wartezimmern und vergeht in den schönsten Momenten dafür viel zu schnell. Sie beschäftigt uns zeitlebens von morgens bis abends, aber auch mancher antike Grieche erlebte dank der Sonnenuhr die <class=“teaserunderline“>Zeit seines Lebens.

Aber Moment, zurzeit, zur Zeit … und dann gibt es da ja auch noch zeitlebens und Zeit seines Lebens. Wo liegen die Unterschiede? Was ist richtig, was falsch? Tatsächlich sind in diesen Fällen verschiedene Schreibungen möglich. Es kommt auf den Satzkontext an. Wie genau sich die Schreibweisen unterscheiden und welche Regeln Sie kennen sollten, dies erkläre ich in diesem Beitrag.

Zurzeit – zur Zeit

Nein, Sie müssen jetzt nicht ewig scrollen und herumsuchen, bis Sie eine Antwort auf die Frage aus dem Titel finden. Die Auflösung liefere ich Ihnen gleich an dieser Stelle. Die Unterscheidung ist glücklicherweise nicht besonders kompliziert und lässt sich leicht merken.

Im hier und jetzt: Zurzeit wird zusammengeschrieben

Mit der Zusammenschreibung von zurzeit trifft man eine Aussage über die Gegenwart, über die aktuelle Situation. Man verwendet dafür eine zusammengesetzte Form: Mir geht es zurzeit recht gut. Die Lage ist zurzeit recht angespannt. Geht es darum, was gerade passiert, wird zurzeit also ausnahmslos zusammengeschrieben. Die Regel lässt sich aber nicht generell auf andere Schreibweisen übertragen: Bei derzeit greift sie noch, bei vorzeiten (irgendwann vor langer Zeit) hingegen nicht.

Die Vergangenheit fest im Blick: deshalb wird zur Zeit getrennt geschrieben

Die Lage war zur Zeit von Kaiser Nero recht angespannt. Wenn etwas über die Vergangenheit ausgesagt werden soll, dann trennt man bei zur Zeit beide Wörter. Der Schwerpunkt liegt auf dem Substantiv. Denn man könnte auch sagen: zu der Zeit. Die Dampfmaschine wurde zur Zeit der Industrialisierung erfunden. Ähnliches gilt auch für Wendungen wie zu meiner Zeit oder zu jener Zeit. Hier ist zurzeit also nicht richtig.

Zu seiner Zeit, aber: seinerzeit; die Zeit seines Lebens, aber: zeitlebens

Es ist am einfachsten, wenn Sie sich eine grundsätzliche Unterscheidung vergegenwärtigen. Bei Formen wie seinerzeit oder zeitlebens handelt es sich um Zusammensetzungen (Adverbien). Er war zeitlebens zufrieden. Zeitgleich kamen beide an. Die Großschreibung findet sich bei eigenständigen Substantiven. Das war die beste Zeit seines Lebens. Es ist Zeit, wir müssen los. Die gegnerische Mannschaft erzielte einen Glückstreffer – und spielte dann auf Zeit. Auf der Grenze bewegt sich zeitsparend, das auch als Zeit sparend geschrieben werden kann.
Wenn ich also am Anfang erwähnt habe, dass Zeit relativ ist, so scheint dies nur auf den ersten Blick auch auf die Getrennt- und Zusammenschreibung zuzutreffen. Während man seinerzeit als zusammengesetztes Wort kleinschreibt, gilt bei zu seiner Zeit die Großschreibung, weil Zeit hier als Substantiv aufgefasst wird.

Zusammenfassung: Zur Zeit und zurzeit – das ist in Sachen Rechtschreibung zu beachten

Zur Zeit wird getrennt geschrieben, wenn es sich auf die Vergangenheit bezieht. Hier steht das Substantiv im Fokus, also zu dieser Zeit. Zur Zeit der Industriellen Revolution war an Urlaub noch nicht zu denken.

Zurzeit wird zusammengeschrieben, wenn es als zusammengesetztes Wort den aktuellen Augenblick meint. Zurzeit bin ich im Urlaub.

Titelbild: petradr on Unsplash

Vollbeschäftigung

Rien ne va plus: Dank treuer Stammkunden und großer Einzelaufträge bin ich im Moment voll ausgebucht. Vielen Dank!

Ein wirklich gutes Gefühl, sich so vielen verschiedenen Themen und Aufträgen widmen zu dürfen. Auch deshalb bin ich bislang nicht dazu gekommen, seit meinem Septemberurlaub einen neuen Blogartikel zu schreiben. Obwohl mich die beiden Wörter „Hauptsatz“ und „Nebensatz“ seitdem ständig umkreisen.

Immerhin: Im Dezember habe ich noch Restkapazitäten, falls Sie noch ein kürzeres Lektorat oder einige Texte beauftragen möchten. Ab März 2020 widme ich mich wieder gern all Ihren großen und kleinen Projekten.

Titelfoto: Garrhet Sampson on Unsplash