Ich fahre mit dem Fahrrad zum Biomarkt

ich höre eine Frau sagen: „Alles voll und noch drei vor mir – ich krieg Zustände.“

Ich stelle mein Rad ab, ich gehe hinein. Ich schaue mir die Eierpreise an. Ich nehme zwei Viererpackungen Eier in die Hand, eine kostet 1,99, die andere 2,49. Die erste enthält Eier, die von Hühnern gelegt wurden, die sowohl Fleisch als auch Eier liefern. Champagnerfarbene. In der zweiten Packung sind grüne Eier von einer Südseeinsulaner-Hühnerrasse. Meine Augen leuchten. Ich denke gleich an den Insulaner, meine literarische Figur. Dass er solche Hühner halten könnte, später im Roman, das erscheint nicht undenkbar. Eine feste Schale sollen sie haben und besonders intensiv schmecken. Ich nehme beide Packungen. An der Kasse kauft ein Mann mit langem Bart kistenweise Lebensmittel und er sagt zur Verkäuferin: „Achtung … herrje … bringen sie mir mein System nicht durcheinander … Obst zu Obst …“
Diesmal denke ich an Kracht und August Engelhardt.

Bevor ich wieder fahre, kaufe ich ein Roggenkastenbrot zu 2,65 Euro. Ich lasse es schneiden. Eine Frau neben mir spricht leise mit sich selbst, rempelt mich an und riecht nach Knoblauch. Sie trägt bordeauxrote gewalkte Filzschuhe. Ich fahre einmal bis zum Südkreuz und wieder zurück. Später fängt es an zu regnen und hört auch nicht mehr auf, bis ich ins Bett gehe.

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