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Karacho-Montag

Mach mal!

Der Karacho-Montag: Diesmal – bevor er an seinen angestammten Platz zurückkehrt – am Mittwoch* und mit der Frage: Was hat es mit mal, Mal, einmal oder ein Mal auf sich? Kurz zusammengefasst wird das Ganze, wie immer, am Ende in der Karacho-Box.

Gibt man die Wendung „tausendmal berührt“ bei Google ein, so erhält man sofort den entsprechenden Songtext von Klaus Lage. Das Lied steht in zweierlei Verbindung zu mir: Es stammt aus dem Jahr 1984, meinem Geburtsjahr; und ich hatte die Zeile vor ein paar Jahren mit einem Prägegerät in einen Streifen aus Hartplastik gestanzt und auf meinen Jahreskalender, damals hatte ich noch gebundene Versionen, die ich selten – außer zum Vollkritzeln – nutzte, geklebt. Was mich zu der Zeit überhaupt nicht interessierte, mir aber diesmal umso mehr auffiel, ist die leichte sprachliche Varianz in den Suchergebnissen. Unter den ersten zehn Treffern finden sich folgende Schreibungen:

a) Tausend mal berührt
b) Tausendmal berührt
c) 1000 mal berührt
d) Tausend Mal berührt

Machen wir ein Quiz draus

Nun ist ja heute Günther Jauchs 60. Geburtstag, wie ich diversen Nachrichtenmeldungen entnehmen durfte. Arbeiten wir also mal nach dem „Wer wird Millionär“-Prinzip, auch wenn wir, wie so oft, zwei richtige Antworten haben (den 50:50-Joker lassen wir also erstmal raus). Fangen wir mit c) an, da es besonders hervorscheint. „Komposita mit Ziffern als Erstglied schreibt man mit Bindestrich“, steht im Duden. Damit ist diese Antwort falsch, denn es müsste 1000-mal heißen (oder 1000 Mal). Dies weist uns den Weg zu b). Hier handelt es sich um dieselbe Konstruktion, die Ziffer wird aber ausgeschrieben. Tausendmal ist richtig – da mal mit seinem beistehenden Wort zu einem Adverb verschmolzen ist. So funktionieren auch ein andermal, ein paarmal, einmal, zweimal.

Endlich: Jetzt der 50:50-Joker

Die Hälfte der Antworten haben wir schon abgearbeitet. Es bleiben a) und d) übrig. Jetzt der 50:50-Joker? Okay! Groß wird Mal als Substantiv geschrieben. Dieses Mal, das erste Mal, von Mal zu Mal. Aber, richtig, in d) tritt Mal gar nicht als Substantiv auf. Die Schreibung ist – neben der Zusammenschreibung – dann zulässig, wenn beide Wörter betont werden. Wenn man den Satz also nur singen kann, weil man so oft Klaus Lage gehört hat, dann wäre es durchaus möglich, so zu schreiben. Denn im Lied sind beide Wörter betont. Tausend Mal berührt …

Ich hab gehört das kleine mal hat sich getrennt?

Wie nach jeder guten Rateshow gehen jetzt allerdings die Diskussionen los. Und a)? In der Überschrift steht mal doch auch klein und getrennt?! Stimmt! Es gibt zwei Fälle, in denen mal klein und getrennt verwendet wird, beim Multiplizieren und in umgangssprachlichen Formulierungen. Neun mal neun ist 81. Los, hau mal einen raus.

Ich persönliche tue mich ja inzwischen mit Rateshows genauso schwer wie mit Fällen, in denen ich mich zwischen einmal und ein Mal entscheiden soll. Am einfachsten ist es wahrscheinlich, sich konsequent an die Formel „Substantiv (getrennt) – Adverb (zusammen)“ zu halten. Denn sonst kann man immer wieder von vorne anfangen mit dem Überlegen – und dann nochmal … und noch mal … (ja, richtig, beide Schreibweisen sind erlaubt).

*Der Text sollte eigentlich gestern, am Mittwoch den 13.07., erscheinen. Da ich die Website zu einem anderen Hoster umgezogen habe und es anfangs noch ein paar technische Schwierigkeiten gab, schaffe ich es erst heute, ihn zu posten. Nächste Woche kehre ich zum alten Rhythmus zurück.

Harte Fakten: Die Zusammenfassung am Karacho-Montag MittwochDonnerstag

Mal wird großgeschrieben und vom begleitenden Wort getrennt, wenn es als Substantiv erkennbar ist: das letzte Mal, nächstes Mal, drei Millionen Male.

Ein kleines, vom Wort getrenntes mal, taucht in der Beschreibung von Multiplikationen und in umgangssprachlichen Formulierungen auf. Neun mal sieben. Jetzt mach mal hin.

Klein und zusammengeschrieben erscheint mal als Adverb, hier verschmilzt es mit dem nebenstehenden Wort. Einmal, paarmal, keinmal, ein andermal.

Sind beide Wörter betont, so ist auch Getrenntschreibung möglich. Ein paar Mal, so viel Mal. Ich habe jetzt schon zwei Mal erfolglos auf dich gewartet.

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