Montag, dritter August 2015

Am Abend hängt der Kirchturm schief vom vielen Läuten am Sonntag. Viertelstündlich geht das so,
hämmert das Glockenwerk sich durch den Park, hinein in bellende Hunde und schreiende Kinder.
Der Schwan, die Enten zupfen aus der Wiese Grün. Vier Eichhörnchen kreuzen den Weg. Man sagt
das bringt Glück … dem Fuchs vielleicht. Doch doch. Und doch: Welch Glück, geliebt zu werden. Vier
Männer gehen im gleichen Schritt, sie wippen auf und nieder, der Tormann dort im grünen Dress,
der duftet immer wieder. Lieder, Flieder, Tauchsieder. Meine Mutter. Mein Fresse. Meine Esse. Die
Temperatur fällt in einer Stunde um eins Komma sieben Grad.
Ist es denn die Möglichkeit?
Ich weiß es nicht.
Es ist ja keine Saharahitze, sondern ganz normale, glaube ich.
Wie wahr.
Zum Morgen: Als der Mann durch die Wand schrie, die Ruhe am Sonntag einfordernd. Ja, das
können sie, die Mitternachtseulen. Und ich überlege eine Weile, das ist ja gar nicht so einfach, eine
Kolumne über die Metamorphose zu schreiben, da kann man ja ganz altväterlich mit Ovid einrücken
und zwölf Mann – dem nehmen wir die Bude auseinander! Aber Halt. Moment mal. Kann doch aus
dem schratigen Dichterkauz ein feiner Falter werden, ein schillernder Schwan, ein federnder Pfau …
Wau, macht der Hund. Damit ist es, glaube ich, genug. Die Sprache klingt noch etwas nach, ein paar
Wellen kräuseln sich auf der Oberfläche des Wasserglases, dann wird es still, so still, wie es eben
sein kann, nachts um zehn in der hochsommerlichen Stadt.

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