Sonntag, zehnter Januar 2016

Im Stadtpark liegt ein Eispanzer auf den Wegen, angetaut und überfroren. Reste pulvrigen Schnees geben Halt, man muss an den Rändern laufen. Die Teiche sind zugefroren, das Eis voller Furchen und Spuren: Katzenpfotenabdrücke, Eindellungen, Risse, zwei geschwungene, parallel verlaufende Vertiefungen, wie von Schlittenkufen. Das kann ja durchaus sein, so Verrückte gibt es ja nicht wenige. Ein paar Flaschenböden ragen aus dem Eis, ein Flasche liegt dunkel auf der Fläche wie ein totes Tier. Die Enten, die ihre Bahnen hier sonst ziehen, sind verschwunden, wir sehen sie später auf dem Kanal, da fließt das Wasser, ist es eisfrei. Ein wilder Haufen, der uns ankrakeelt. Wir aber füttern nicht, wir haben nichts, wir geben nichts. Die Enten machen weiter Radau, das hören wir beim Gehen. Leiser, leiser wird das Geschnatter. Dann knirscht nur noch der Splitt unter den Sohlen.

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