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Texte schreiben: Wie Sie Texte in 7 Schritten besser formulieren

Was macht einen guten Text aus? Nun, darüber gehen die Meinungen auseinander. Es gibt natürlich gewisse Überlegungen, wie gute Texte aussehen. Heute soll es allerdings weniger um das was, sondern eher um das wie gehen. Also: Wie gelingt es, Texte besser zu formulieren? Müssen Sie zwingend einen Texter engagieren? Und kann man das Schreiben von Texten lernen?

Texte schreiben lernen? Das geht

Zunächst erst einmal die gute Nachricht: Ja, ich glaube, man kann das Schreiben lernen. Dabei muss man allerdings zwei Dinge unterscheiden. Es ist schon eine Kunst, einen Text zu schreiben. Die größere Kunst ist es, ihn gut zu schreiben. Ich möchte mich für den Moment erst einmal darauf konzentrieren, Ihnen das Schreiben eines Textes näherzubringen. Auch Feinheiten spielen dabei eine Rolle, wie wir später noch sehen werden.

Es geht also gewissermaßen um das Handwerkszeug, um mit Blick auf ein vorgegebenes Thema einen passenden Text erstellen zu können. Wir schauen uns dazu gemeinsam den eigentlichen Prozess und das Vorgehen Schritt für Schritt an.

Nehmen wir an, Sie haben den Auftrag erhalten, einen Text zum Thema ETFs zu schreiben. Wenn Sie davon noch nichts gehört haben oder nur ungefähr wissen, um was es dabei geht, und jetzt direkt zu Google wechseln, dann sind wir schon bei Schritt eins angekommen.

Texte schreiben: besser formulieren mit Struktur und Gespür für das Thema

Schritt 1: Das Thema recherchieren

Jedes Thema beginnt mit einer Recherche. Selbst wenn Sie mit dem Thema „ETFs“ schon vertraut sind, lohnt sich ein Blick auf andere Texte, die sich damit beschäftigen. So erhalten Sie fast nebenbei eine Idee, was alles zum Thema dazugehört und wie Sie Ihren Text strukturieren können. Es geht wohlgemerkt nicht ums Kopieren, sondern um Inspiration.

Besonders, wenn Sie das Thema noch gar nicht kennen, kann die Recherche allerdings ziemlich anstrengend und frustrierend sein. Mit jeder neuen Seite wird der Materialberg größer, die Infos stapeln sich. Sie haben vielleicht das Gefühl, das Thema nach der Recherche überhaupt nicht (mehr) überblicken zu können. Macht nichts! Das ist ziemlich normal. Sie sollten nicht versuchen, die Informationen aus dieser Phase festzuhalten. Also: Nichts notieren, einfach surfen und lesen.

Was Ihnen das bringt? Nun, Sie bekommen mit der Zeit einen guten Eindruck von den Dingen, die wichtig sind. Wenn Sie Seiten mehrmals aufrufen, wird Ihnen früher oder später klar, worauf es ankommt. Dann können Sie sich auch Dinge notieren.

Übrigens: Dass so eine Recherche 2 bis 3 Tage dauern kann, ist durchaus normal. Ich arbeite dann an verschiedenen Projekten und widme mich immer wieder für kürzere Zeiträume der Recherche. Vieles ordnet sich von allein über Nacht; Texte schreiben funktioniert deshalb am besten mit genügend Zeit im Rücken.

Schritt 2: Eine Struktur entwickeln

Wie eben schon erklärt, werden sie bei Ihrer Recherche irgendwann merken, dass es ein gewisses Muster gibt. In vielen Quellen wird sicher erklärt, was ein ETF ist und weshalb er so heißt. Dann werden Sie erfahren, was man mit einem ETF anfängt bzw. wie man auf diese Weise investiert. Wahrscheinlich werden beispielhaft einige große ETFs vorgestellt und vielleicht gibt es auch noch einen Absatz dazu, wie sich die Investitionen in ETFs im Verlauf der letzten Jahre entwickelt haben und für welche Bereich es ETFs gibt.

Letztendlich werden damit Fragen abgearbeitet, die ein Leser oder eine Leserin ziemlich wahrscheinlich hat, wenn er oder sie einen Text zum Thema ETFs liest. Nachfolgend habe ich einige typische Fragen zusammengetragen:

  • Was sind ETFs?
  • Wie investiert man mit ETFs?
  • Warum gibt es ETFs?
  • Wie haben sich ETFs entwickelt?
  • Was für verschiedene ETFs gibt es?

Übrigens gibt es viele Hilfsmittel im SEO-Bereich, die solche Fragen auflisten. Auch Google selbst zeigt entsprechende Fragen bei der Suche an.

Schritt 3: Überschriften festlegen

Um sinnvolle Texte zu schreiben, müssen diese die Fragen der Leserschaft beantworten. Wenn die Fragen klar sind, geht es an die Entwicklung der Antworten. Die entsprechende Darstellung erfolgt am besten in einzelnen Absätzen bzw. thematischen Blöcken. Und damit es übersichtlich bleibt, erhält jeder thematische Block eine eigene Überschrift.

Für den Anfang reicht es völlig, unspektakuläre Überschriften zu entwickeln, die erst einmal ganz einfach sagen, worum es geht. Dabei kann man auch einfach auf die vorhandenen Fragen zurückgreifen. Also in etwa:

Was sind ETFs?

In einen ETF investieren: So funktioniert es

Verschiedene Arten von ETFs, die Sie kennen müssen

Schritt 4: Blöcke skizzieren

Wenn die Überschriften (grundsätzlich) stehen, geht es an die Blöcke und die jeweiligen Absätze. Am einfachsten ist es, diese kurz zu skizzieren. Sie erklären sich dabei selbst, was in dem jeweiligen Block stehen soll. Also in etwa:

Was sind ETFs?

ETFs sind Nachbildungen von Indizes. Sie sind passiv gemanagt, sie bilden nur den Index nach. Sie kosten deshalb wenig.

In einen ETF investieren: So funktioniert es

Hier Broker und Depot erklären. ETF kaufen mit Sparplan oder Einmalanlage. Wie ETF auswählen, welche Anbieter gibt es?

Bei den Skizzen ist prinzipiell alles erlaubt. Sie können Stichworte verwenden oder auch Fragen. Ganz so, wie Sie am besten arbeiten können. Es spricht auch gar nichts dagegen, die Skizze zu überspringen und direkt Block für Block zu schreiben.

Schritt 5: Textblöcke ausarbeiten

Das Schreiben der Textblöcke ist nach der Recherche der zweite große Batzen Arbeit. Hier müssen Sie die Struktur in Worte fassen und möglichst viele Fragen zum Thema beantworten.

Wichtig ist aber, dass Sie sich nicht blockieren. Auch wenn der Text nicht alle Fragen beantwortet, kann er sehr hilfreich sein. Wichtig ist auch, das Thema möglichst mit eigenen Worten zu erklären. Das vereinfacht das Lesen enorm.

Feste Vorgaben, was die Länge angeht, sind fast immer schlecht. Schreiben Sie so viel, wie Sie brauchen, um das Thema anschaulich zu erklären. Ewige Redundanzen sind nervig und fallen auf. Ein zu kurzer Text liefert unter Umständen zu wenig Informationen. Eine gute Balance ist allerdings Übungssache. Erst einmal sollte der Text überhaupt geschrieben werden.

Textphase 2: Noch mehr aus Ihrem Text machen

Schritt 6: Texte schreiben: Feintuning

Herzlichen Glückwunsch! Wenn Sie bis hierhin alle Schritte abgearbeitet haben, dann sind Sie beim Thema „Texte schreiben“ ein gutes Stück vorangekommen. Das war das erste Ziel. Idealerweise ist Ihr Text nun bereits gut strukturiert und lesbar.

Realistisch wird dies aber gerade am Anfang noch schwierig sein. Um aus einem Text einen guten Text zu machen, müssen Sie sich alles noch einmal in Ruhe durchlesen, eventuell auch laut vorlesen. Dann merken Sie, wo es sprachlich und stilistisch hakt, und stellen unter Umständen auch inhaltliche Schnitzer fest oder bemerken Wiederholungen. Außerdem können Sie noch einmal an Ihren Überschriften feilen, damit diese nicht nur den Inhalt wiedergeben, sondern auch Lust aufs Lesen der Blöcke machen oder eine gute Gliederung ermöglichen.

Generell kann beim Abrunden des Textes eine zweite Meinung sehr weiterhelfen. Lassen Sie also Freunde, Bekannte, Kolleg*innen oder andere Menschen auf Ihren Text schauen und nehmen Sie deren Feedback als wertvolle Hilfe an.

Schritt 7: Korrektorat und Lektorat

Im letzten Schritt sollte der Inhalt kaum noch eine Rolle spielen, ein besonderes Augenmerk liegt in diesem Schritt auf der Politur. Die Textoberfläche soll glänzen: mit möglichst wenig Rechtschreibfehlern, korrekt gesetzten Zeichen, eingehaltenen Regeln bei Überschriften und geschliffenen Formulierungen. Letzteres muss natürlich nicht sein, aber ein Korrektorat kann fast jeder Text gebrauchen, auch ein Lektorat kann sinnvoll sein.

Ob sie dafür einen Lektor bzw. eine Lektorin engagieren oder Sie per Autokorrektur die Rechtschreibung vom Computer überprüfen lassen, bleibt Ihnen überlassen. Software wie der Duden Mentor leistet gute Dienste, Sie müssen dafür aber selbst fit in Sachen Rechtschreibung sein.

Wenn es darum geht, Texte zu schreiben, haben Sie nun schon einiges erreicht. Das Wunderbare am Schreiben von Texten ist: Wie bei jeder anderen Sache auch wird es durch Übung einfacher. Recherche, Struktur, Ausformulierung und Politur werden Ihnen mit der Zeit immer leichter fallen. Bis dahin wird allerdings ein wenig Zeit vergehen, und Sie müssen regelmäßig schreiben.

SEO-Texte verfassen – ein Sonderfall?

Gerade wenn man im Internet unterwegs ist, lassen sich SEO und Texte eigentlich kaum noch trennen. Denn die Suchmaschinenoptimierung (SEO) basiert zu großen Teilen darauf, was eine Suchmaschine an Text findet. Viele erfolgreiche Websites sind daher SEO-optimiert, gerade auch im Hinblick auf die Texte.

Wenn Sie einen SEO-Text schreiben, dann kommt es häufig darauf an, bestimmte Keywords und Verlinkungen unterzubringen. Auch sollten Ihre Texte eine gute Strukturierung mithilfe von Überschriften aufweisen.

SEO-Texte zu verfassen unterscheidet sich daher im Prinzip nicht besonders vom „normalen“ Schreiben. Strukturierende, aussagekräftige Überschriften gehören dazu. Und wenn Sie sich mit einem bestimmten Thema befassen, dann kommen auch viele der notwendigen Keywords fast automatisch vor. Meiner Meinung nach ist es nicht zwingend notwendig, Keywords manisch per fester Vorgabe im Text zu verteilen.

Es ist aber immer sinnvoll, mithilfe von Programmen das Schreiben SEO-technisch zu begleiten und zum Beispiel die Ausrichtung auf ein bestimmtes Keyword vorzunehmen.

Ja, SEO-Texte sind also durchaus ein Sonderfall, aber weniger das Schreibens wegen. Ein gut geschriebener und dementsprechend gut lesbarer Text erfüllt schon eine der wichtigsten Anforderungen von SEO: Texte schreiben, die guten Inhalt liefern.

Titelbild: Steve Johnson on Unsplash

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