Als Lektor und Texter arbeite ich täglich an Texten, und in der Regel lasse ich mich dabei auch durch Korrektursoftware unterstützen. So prüfe ich schon seit Jahren von mir lektorierte oder korrigierte Texte abschließend mithilfe von Korrektursoftware oder Online-Diensten. Womit ich aktuell arbeite und wie ich die Korrekturleistungen einschätze, das erfahren Sie in diesem Artikel.
Ein Hinweis vorab: Dieser Artikel basiert auf meinen persönlichen Erfahrungen mit den verschiedenen Angeboten. Ich habe sie mithilfe von Probezeiträumen getestet. Für den Duden Korrektor 15 wurde mir eine kostenlose Rezensionslizenz zur Verfügung gestellt. LanguageTool Plus habe ich als selbst bezahlte Premium-Version genutzt, aktuell nutze ich diesen Dienst wegen Datenschutzbedenken nicht mehr. Ich habe aktuell DeepL mit der Erweiterung „DeepL Write“ abonniert.
Am Ende des Artikels finden Sie eine Übersicht zu meinen Testergebnissen aus dem Jahr 2024. Diese Zusammenfassung alter Inhalte hat ChatGPT für mich erledigt.
Rechtschreibprüfung: Ein Überblick über aktuelle Angebote
Wer im Netz nach Angeboten zur Korrektur oder Verbesserung von Texten sucht, der findet verschiedenste Programme. Anbei liste ich Ihnen Angebote auf, die ich bei meiner Recherche gefunden habe. Danach finden Sie zu den einzelnen Angeboten meine Erfahrungen und Einschätzungen.
- Duden Korrektor (offline mit Installation, dadurch keine Datenschutzprobleme)
- Duden Mentor (online, Word-Add-in mit eingeschränkter Funktion, beschränkte)
- LanguageTool Plus
- DeepL
- Rechtschreibprüfung24, Spellboy
Darüber hinaus lassen sich sicher auch die verschiedensten KI-Anwendungen für das Korrigieren von Texten nutzen. Dies habe ich bislang nicht getestet, es scheint mir aber gerade im Hinblick auf den Abgleich zwischen den Versionen bzw. dem Annehmen oder Verwerfen von Änderungen kein gangbarer Weg zu sein.
1. Duden Korrektor
Den Duden Korrektor der EPC Consulting und Software GmbH nutze ich im Prinzip sehr gern. Man zahlt einmalig für die Software, die dann in Word implementiert wird. Für Updates zu neuen Versionen zahlt man weniger. Damit erfolgt die Arbeit offline, was im Sinne des Datenschutzes natürlich sehr vorteilhaft ist.
Der Duden Korrektor liefert Änderungen für mich übersichtlich und leicht erfassbar. Man muss allerdings etwas Geduld mitbringen, bis ein Text geprüft wurde. Danach wirkt die Software manchmal etwas schwerfällig, wenn man sich durch die Änderungsvorschläge hindurcharbeitet.
Die Korrekturleistung ist gut, aber nicht fehlerlos. In der Regel schneidet der Duden Korrektor etwas schwächer ab als moderne, KI-gestützte Korrekturprogramme.
Preislich finde ich die Software absolut fair, im Januar 2026 zahlt man ca. 94 Euro für die Vollversion.
2. Duden Mentor
In meinem letzten Test kam der Duden Mentor nicht besonders gut weg, deshalb war ich sehr gespannt, was sich inzwischen getan hat.
Kurz zusammengefasst: Ich war zuerst begeistert und dann deutlich enttäuscht. Das liegt daran, dass Duden im Moment zweigleisig fährt. Es gibt den neuen KI-gestützten Schreibassistenten, der bei meinen Tests sehr leistungsstark korrigierte. Allerdings gilt hier eine Beschränkung von 3500 Zeichen inkl. Leerzeichen pro Test, was für mich überhaupt nicht alltagstauglich ist. Auf der Website steht, man könne unbegrenzte KI-Korrekturen durchführen, die limitierte Zeichenzahl wird nirgendwo erwähnt.
Wer längere Texte korrigieren lassen möchte, kann auf den ursprünglichen Mentor zurückgreifen, der allerdings eine deutlich schwächere Leistung bietet. Dies hat mir der Support von Duden auch so bestätigt. Danach gab es allerdings keinerlei Rückmeldung mehr zu den Beschränkungen der Zeichenzahl.
Ob die KI-Nutzung danach zu teuer für Duden wird oder ob vor allem Firmenkunden angesprochen werden sollen, die eben mal schnell eine Mail korrigieren lassen wollen, konnte ich dementsprechend nicht eruieren.
Das Add-In für Word war für mich dazu sehr unübersichtlich, anders als online wurden die Änderungen direkt im Text nicht markiert, man musste sie in einer Leiste rechts suchen.
Die Korrekturleistung des Duden Schreibassistenten ist also sehr gut, aber nur für sehr kurze Texte verwendbar. Das Add-In wirkt für mich unbrauchbar und nicht durchdacht. Der Support antwortete relativ schnell, die Kommunikation war eher neutral, bei Problemen wird einem geholfen.
Je nach Abomodell fallen um die 100 Euro pro Jahr an, wenn man nicht die kostenlose Grundversion nutzen möchte. Positiv ist natürlich, dass die Texte nach DSGVO verarbeitet werden und somit datenschutzrechtliche Bedenken in der Theorie keine Rolle spielen.
3. LanguageTool Plus
Ich glaube, LanguageTool habe ich etwas mehr als 4 Jahre genutzt. Die Korrekturleistung war und ist sehr gut. Was ich nicht mitbekommen hatte, war, dass LanguageTool inzwischen zu einem amerikanischen Firmenverbund gehört. Auch wenn man im Impressum eine deutsche GmbH findet, basiert der gesamte Datenschutz auf US-amerikanischem Recht.
Dass dies nicht offen kommuniziert wird, sondern quasi hinter dem Deckmantel einer deutschen und europäischen Firma passiert, fand ich besonders als Premiumkunde befremdlich. Eine kurze Information hätte mir gereicht, aber ich habe nie eine entsprechende Nachricht erhalten.
Weil ich mir nicht sicher bin, wie Texte tatsächlich datenschutzrechtlich von LanguageTool bzw. dem eigentlich verantwortlichen US-amerikanischen Unternehmen „Learneo“ behandelt werden und die Datenschutzerklärung wirklich sehr, sehr umfangreich ist, aber letztlich nicht der DSGVO unterliegt, habe ich mein Abo dort gekündigt.
Der Support brauchte ca. 5 Tage für eine Antwort, zunächst wollte mich ein KI-Bot auch gar nicht „einlassen“. Auch das hat mich etwas abgeschreckt.
Preislich ist LanguageTool sehr günstig unterwegs, ein Ein-Jahres-Abo kostet knapp 60 Euro, schließt man direkt einen Vertrag für 2 Jahre ab, kommt man auf knapp 50 Euro pro Jahr.
4. DeepL
Eigentlich ein Übersetzungsdienst, bietet aber auch die Prüfung und Verbesserung von Texten an. Ähnlich wie beim Schreibassistenten liefert die KI-gestützte Prüfung sehr gute Ergebnisse. Manchmal gibt es Kleinigkeiten, die mir nicht sinnvoll erscheinen oder inkongruent sind, aber alles in allem kann ich die Prüfung von DeepL sehr gut nutzen.
Ein Wermutstropfen ist der hohe Preis: Da man das Prüfungsmodul „DeepL Write“ nicht eigenständig nutzen kann, sondern immer auch das Grundmodul des Übersetzers abonnieren muss, fallen aktuell ca. 170 Euro pro Jahr für das Abo an.
DeepL unterliegt der DSGVO und gibt explizit an, dass Texte im Premiumabo nur für die Prüfung gespeichert und nicht zu KI-Trainingszwecken oder Ähnlichem genutzt werden. Der Support antwortete sehr schnell auf eine meiner Anfragen. Es könnte sein, dass die Textprüfung und -verbesserung zukünftig eigenständig angeboten wird.
4. Rechtschreibprüfung24, Spellboy
Viele Online-Angebote entwickeln keine eigene Software, sondern bieten unter ihrem Namen Leistungen anderer Unternehmen an. Besonders verbreitet ist dabei LanguageTool, das die Korrektursoftware für die hier genannten beiden Websites liefert.
Ob und wie dabei nur grundlegende Funktionen der LanguageTool-Software genutzt oder tatsächlich auch Daten übertragen werden, kann ich nicht herausfinden. In jedem Fall handelt es sich dabei nicht um eigenständig testbare Angebote.
Was Korrektursoftware kann
Seit meinen ersten Tests sind die Korrekturleistungen um besser geworden. Besonders gut klappt es mit KI-gestützten Korrekturanwendungen wie DeepL oder dem Duden Schreibassistenten. Der Duden Korrektor liefert ebenfalls gute Ergebnisse, und er wird als einzige Software zum Download und ohne Abo angeboten. Das Korrigieren ohne Anbindung ans Internet bzw. zu Korrekturservern kann ein gewichtiges Argument sein.
Korrektursoftware hilft bei Flüchtigkeitsfehlern, sie gleicht menschliche Schwächen wie Ermüdung oder mangelnde Konzentration aus, indem sie Buchstabendreher, fehlende oder doppelte Buchstaben findet, aber auch doppelte Wörter anmahnt. Ich persönlich schätze am Duden Korrektor, dass er auch die Kann-Schreibungen berücksichtigt, also z. B. potentiell/potenziell oder Fantasie/Phantasie, und die Duden-Empfehlung ausgibt.
Was eher nicht geht
Trotz vieler Hilfestellungen durch die Software müssen Nutzer:innen am Ende immer noch selbst entscheiden, welche Korrekturvorschläge richtig sind. Besonders bei optionalen Fällen in der Kommasetzung wird ein Hinweis nicht unbedingt weiterhelfen. Im Deutschen gibt es jede Menge solcher optionalen Fälle – bei Schreibungen wie bei der Kommasetzung.
Außerdem sind nicht alle Korrekturen wirklich richtig oder notwendig. Abseits von ganz grundsätzlichen Entscheidungen zur richtigen Rechtschreibung oder Grammatik liefern die Programme zum jetzigen Zeitpunkt teilweise stilistische Empfehlungen, die ich schlicht nicht nachvollziehen kann.
Duden Mentor, LanguageTool Plus, Duden Korrektor?
Für die regelmäßige Arbeit an längeren Texten ist das Add-In des Duden Korrektors sehr hilfreich, allerdings kann eine Korrektur etwas dauern. Für einen Text mit 110.000 Zeichen inkl. Leerzeichen brauchte der Duden Korrektor knapp 1 Minute und 20 Sekunden.
Die KI-gestützten Onlineprüfungen sind schneller, aber gerade dabei muss für mich der Datenschutz stimmen. Aus diesem Grund nutze ich das eigentlich sehr gute LanguageTool Plus nicht länger.
Wenn es die Beschränkung auf 3500 Zeichen inkl. Leerzeichen pro KI-Prüfung nicht gäbe, hätte ich wahrscheinlich den Duden Schreibassistenten abonniert. So arbeite ich aktuell mit DeepL und dem Duden Korrektor und hoffe, dass DeepL in Zukunft vielleicht noch ein eigenständiges Textkorrekturmodul anbietet.
Links
- Duden Korrektor; die Version 15 ist erschienen
- Rechtschreibung online prüfen mit dem Duden Mentor
- Rechtschreibung online prüfen mit dem DeepL
- Rechtschreibung online prüfen mit dem LanguageTool
Kurzfassung der Testergebnisse 2024
- Gesamtsieger (Stand 12/2024):
LanguageTool Plus ist die zuverlässigste Lösung. Es fand alle Fehler im Testsatz, erkannte Umgangssprache („heiß“, „rumschlagen“) korrekt und machte insgesamt die passendsten Vorschläge. - Duden Korrektor 15:
Liefert gute Ergebnisse, ist offline nutzbar und ohne Abo erhältlich. Schwächen zeigte er bei der Getrennt- und Zusammenschreibung („Abschied nehmen“ wurde fälschlich als „Abschiednehmen“ vorgeschlagen) und zeitweise bei der Kommasetzung. - Duden Mentor:
Schnitt im Vergleich am schwächsten ab. Übersah wichtige Fehler, machte teils falsche Erstvorschläge („jetz“ → „Jetzt“) und rechtfertigt seinen hohen Preis leistungsmäßig nicht. - Word-Rechtschreibprüfung:
Deutlich besser als ihr Ruf. Findet viele Fehler und liegt im Test nicht weit hinter kostenpflichtigen Programmen, bleibt aber weniger differenziert. - Stärken von Korrektursoftware allgemein:
Sehr gut bei Flüchtigkeitsfehlern, Tippfehlern, Dopplungen und Grundregeln. Entlastet bei langen Texten und Ermüdung. - Grenzen:
Keine Software trifft immer die richtige Entscheidung. Stil, Kontext, Textsorte, optionale Kommas und Neologismen bleiben problematisch. Nutzer:innen müssen Vorschläge prüfen können. - Tempo & Preis:
- LanguageTool Plus: sehr schnell (ca. 20 Sekunden bei 110.000 Zeichen), Abo-Modell (~59 €/Jahr).
- Duden Korrektor: langsamer (~80 Sekunden), Einmalkauf (79 € + MwSt.).
- Duden Mentor: teuer (bis ~131 €/Jahr) bei geringerer Leistung.


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