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Karacho-Montag

Etwas, was – ein Schiff, das: Gebrauch der Relativpronomen

Nach einem in vielerlei Hinsicht trüben Wochenende befasst sich dieser sonnige Karacho-Montag mit etwas, was hin und wieder für Irritationen sorgt: dem Gebrauch der Relativpronomen das und was.

Moment mal: etwas, was?

Auch wenn es für viele Menschen, nicht zuletzt wegen der Wiederholung, falsch klingt, ist diese Formulierung standardsprachlich und regelkonform. Dies gilt auch in Verbindung mit einem substantivierten Adjektiv: etwas Erschütterndes, was uns neulich begegnete. Zur Vermeidung der Wiederholung oder wenn man etwas Einzelnes betonen will, ist auch die Formulierung etwas, das möglich. Aber schauen wir uns zunächst die Grundlagen an.

Was sind Relativpronomen?

Relativpronomen leiten Nebensätze ein, sie beziehen den sogenannten Relativsatz auf übergeordnete Substantive oder Pronomen. In diese Kategorie fallen zum Beispiel auch der, die, das bzw. welcher, welche, welches. Diese Relativpronomen sind übrigens ein Dauerbrenner im Lektorat, fast in jedem Text begegnen einem Formulierungen wie „Ein Mann, welcher sein Hobby liebte“ oder „Eine Frau, welche die Kunst liebte“. Besonders im zweiten Beispiel wird welche zur Vermeidung einer Wiederholung eingesetzt. Da die Relativpronomen welche, welcher, welches oft schwerfällig wirken, werden sie in der Korrektur im Allgemeinen durch der, die, das ersetzt. „Ein Mann, der sein Hobby liebte.“ „Eine Frau, die die Kunst liebte“.

Kleine Regelkunde – Vom was …

Aber zurück zu unseren Relativpronomen das und was. Dass es: „Es gibt ein Haus, das ich liebe“, aber „Es gibt manches, was ich hasse“ heißt, hängt von der Art des Wortes ab, auf das sich die Relativpronomen beziehen. Wie wir schon gesehen haben, folgt auf etwas das Relativpronomen was. Es steht auch in Beziehung zu folgenden Bezugsworten: (1) substantivierten Adjektiven (Partizipien), die Allgemeines, Unbestimmtes oder Abstraktes ausdrücken, (2) substantivierten Superlativen, und (3) Indefinitpronomen oder Zahlworten (allerlei, manches, nichts).
(1) Er hatte etwas Unbestimmtes an sich, was wir fürchteten. Wir glaubten an all das Gute, was er uns versprach.
(2) Das Schönste, was es gab, war Pudding. Der Junge war das Tollste, was ich je gesehen habe.
(3) Es gibt vieles, was ich liebe. Das ist dasselbe, was ich früher schon geschrieben habe.
Was kommt zudem zum Einsatz, wenn es sich nicht auf ein einzelnes Bezugswort, sondern auf den ganzen Satz bezieht: „Er kaufte sich einen Hummer, was seinen Freund von den Grünen maßlos ärgerte.“

… zum das

Das wird dagegen verwendet, wenn es sich auf ein Neutrum bezieht. „Es gibt ein Haus, das ich liebe.“ „Das Boot, das ich charterte, sank leider viel zu schnell.“
Das folgt auch auf ein substantiviertes Adjektiv (Partizip), das etwas Bestimmtes ausdrückt: „Das Majestätische, das diesen Vogel ausmacht.“ Auch in Verbindung mit Präpositionen wird das verwendet: „Manches, für das ich mich begeistere, entgeistert andere völlig.“ „Es gibt etwas, durch das ich mich bedroht fühle.“ Hier kann man im Übrigen auch schöner formulieren: Manches, wofür ich mich interessiere … und: Es gibt etwas, wodurch ich mich …

Gerade mit Blick auf die gestrigen Wahlen würde man sich ja wünschen, dass es gelegentlich alternativlos zuginge. Aber auch im Gebrauch von das und was gibt es theoretische Konstellationen, die der von mir beschriebenen Regelhaftigkeit entgegenstehen. Man könnte sagen: „Tim hatte ein mulmiges Gefühl, das ihn daran hinderte, nach draußen zu gehen.“ Aber auch: „Tim hatte ein mulmiges Gefühl, was ihn daran hinderte, nach draußen zu gehen.“ Im zweiten Fall geht es nicht darum zu sagen, dass das Gefühl sein Rausgehen behindert, sondern der Satz betont, dass Tim dieses Gefühl hatte.

Harte Fakten: Die Zusammenfassung am Karacho-Montag

Das
wird mit Bezug auf Neutra, substantivierte Adjektive, die etwas Bestimmtes ausdrücken, und in Verbindung mit Präpositionen eingesetzt. „Das Haus, das ich liebe“, „Das Große, das dort hinten steht“, „Etwas, durch das ich mich beeindrucken ließ“.

Was
tritt in Bezug auf substantivierte Adjektive, die Unbestimmtes ausdrücken, substantivierte Superlative und unbestimmte Pronomen oder Zahlworte in Erscheinung. „Etwas, was ich hasste“, „All das Seltsame, was es dort gab“, „Nichts, was ich schrieb, war von Interesse“.

 

Nächste Woche geht es hier um den Einsatz von Strichen aller Art. Wenn Sie den Beitrag im Montagsstress nicht verpassen wollen, melden Sie sich gerne für meinen Newsletter an, der regelmäßig – aber nicht andauernd – über neue Beiträge informiert.

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