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Korrektur, Korrektorat oder beides?

Unter dem Punkt Korrektur findet man auf meiner Seite, was ich zum Wesen und zur Notwendigkeit dieser Dienstleistung zu sagen habe. Heute geht es mir allerdings um etwas anderes, den Begriff des Korrektorats. Manche Lektoren bieten ja ohnehin nur ein Lektorat an, andere weisen das Korrektorat als eigene Dienstleistung aus. Schaut man sich dann an, was das Korrektorat bietet, so landet man der Definition nach bei der Korrektur.

Also sind Korrektur und Korrektorat ein und dieselbe Sache?

Der Art der Dienstleistung nach schon. Allerdings kann man im Duden nachlesen, dass das Korrektorat die Abteilung ist, in der Korrektorinnen und Korrektoren arbeiten. Nichts von einer Dienstleistung. Ansonsten sind die Suchergebnisse von Definitionen anderer Lektoratsseiten überschwemmt – und dort wird das Korrekturlesen häufig als Korrektorat bezeichnet.

Warum also Korrektorat?

Weil man die Abteilung ist, die eine Korrektur leistet? Oder weil es einfach schöner klingt in Verbindung mit Lektorat? Ich weiß es nicht, und mir fiel auch keine mögliche Begründung ein. Aber eine solche begriffliche Nachlässigkeit? – Wo wir doch als Lektorinnen immer so um Genauigkeit bemüht sind? Vielleicht ist es der Herdentrieb, der die Begriffsverwendung geprägt hat. Zumindest ich bin ja blökend mitgelaufen. Oder die Sache ist ganz anders gelagert und es fehlt mir nur an fachlicher Erhellung. Dafür gibt es ja dann die Kommentarfunktion.

6 Antworten auf „Korrektur, Korrektorat oder beides?“

Hallo,

ich nenne die Leistung insgesamt »Korrektorat«, die aus einzelnen Korrekturen besteht. Beim »Lektorat« werden ja Verlagsabteilung und Leistung auch gleich bezeichnet.

Der Dudenverlag selbst spricht von »Korrekturleistungen«, wenn die Dienstleistung insgesamt gemeint ist; das schien mir zu umständlich …

Schöne Grüße nach Berlin

Liebe Frau Kümmel,

danke für Ihren Kommentar. Tatsächlich stimmt der Einwand, dass in den einzelnen Duden-Bedeutungen Korrektorat und Lektorat jeweils als Abteilungen im Verlag definiert werden, aber nur das Lektorat auch der Dienstleistung bzw. einem Gutachten entspricht. Ihre Lösung klingt plausibel, obwohl man dann wieder fragen könnte, wie der einzelne Korrekturposten der „Dienstleistung“ Lektorat genannt wird, also Korrektorat -> Korrektur, Lektorat -> … Ein Fan von Korrekturleistungen werde ich vermutlich auch nicht.
Möglicherweise grenzt sich das Korrektorat für den Textbereich auch noch spezifischer von der generellen Korrektur ab – gerade wenn es um das Thema SEO und Suchmaschinenbegriffe geht, ist Korrektur ziemlich unspezifisch (und meint schnell auch Schönheitsoperationen o. Ä.). Ich habe gerade mal nachgesehen, das schlägt sich auch in den Suchtrends bei Google nieder: im Durchschnitt monatlich 22.000 Anfragen für Korrektur, 1650 für Korrektorat.

Herzliche Grüße zurück nach Rostock,

Christian Wöllecke

Ihre Lösung klingt plausibel, obwohl man dann wieder fragen könnte, wie der einzelne Korrekturposten der „Dienstleistung“ Lektorat genannt wird, also Korrektorat -> Korrektur, Lektorat -> …

Genau. Da fehlt mir auch immer ein treffender Ausdruck. (Nicht-Verlags-)Kunden nennen gewöhnlich jede Anmerkung »Korrektur«. Ich unterscheide meist »Korrekturen« und »Vorschläge zum Lektorat«, um zwischen beiden Leistungen zu differenzieren.

Hallo,
ich lande knapp zweieinhalb Jahre später hier auf Ihrer Seite, als die Veröffentlichungszeit des Beitrages, trotzdem möchte ich einen Kommentar hinterlassen.
Eigentlich stieß ich erst durch 2 Facebookgruppen darauf, dass es auch das Wort Korrektorat gibt (was in meinen Ohren grausig klingt). Nach zuerst einigen Jahren als Sekretärin (unterfordert ohne Ende) und ein paar Jahren als Mutter dreier Kinder zuhause, möchte ich dieses Jahr das Projekt Selbstständigkeit angehen. In den letzten Jahren habe ich immer mehr meine Liebe zu Texten entdeckt. Sie war immer schon da, aber es ist immer ausgeprägter geworden. Aber ich kann nicht selbst nur gut schreiben (zumindest möchte ich das behaupten ;)), sondern ich kann auch gut korrigieren. Deshalb befinde ich mich gerade auf Tuchfühlung mit verschiedenen Richtungen, die die Selbstständigkeit nehmen könnte und mit verschiedenen Begrifflichkeiten. Fest steht, dass ich im Rahmen meines „Herzensbusiness“ gerne selbst schreiben, aber auch Korrekturen anbieten möchte bzw. Formulierungshilfen, wenn erwünscht. Ganz zufällig ergab es sich, dass ich für einen nur halb Bekannten einen Text kostenlos korrigierte, weil ich wusste, dass er ihn veröffentlichen will und ich so viele Fehler gefunden habe. Um die Chance, auf mich und meine Zukunftspläne aufmerksam zu machen, nicht verstreichen zu lassen, erstellte ich – wie schon vorher manchmal überlegt – total spontan eine E-Mail-Adresse.
… und jetzt muss ich das hier lesen … Ich bin jetzt ein bisschen verunsichert. Die E-Mail-Adresse lautet „textundkorrektur.winkler@…“

Jetzt frage ich mich natürlich, wie professionell das Ganze überhaupt klingt und ob ich in Zukunft überhaupt damit arbeiten kann!? Ich möchte ja nicht unseriös wegen falscher bzw. laienhafter Bezeichnungen wirken.

Damit werde ich mich – neben vielen anderen Dingen – wohl auch noch befassen müssen, denn eigentlich sollte auch meine Website in spe so heißen… .Ich vermute, wenn ich oben richtig gelesen habe, dass es keine ganz eindeutige Antwort auf die Frage gibt, aber ich freue mich sehr über ein Feedback Ihrerseits – eine Meinung, Vermutung, Einschätzung.

Freundlichen Gruß, Joana

Hallo Joana,

ich denke, es ist durchaus vernünftig, sich Gedanken zu diesem Thema zu machen. Auch wenn es konkret nicht besonders viel ausmachen sollte, ob Sie „Korrektur“ oder „Korrektorat“ verwenden. Meiner Erfahrung nach kennen und verwenden die meisten Kunden und Kundinnen ohnehin nur den Begriff „Lektorat“ und fragen im selben Atemzug, was dieser Begriff eigentlich an Leistungen enthält.

Ich selbst würde nicht mehr dazu raten, sich explizit auf den Bereich der Korrekturen oder Korrektorate zu beschränken, da meines Erachtens nach die technischen Lösungen hierzu immer besser werden und viele Kundinnen und Kunden zukünftig den einfachsten und günstigsten Weg gehen werden. Aber der Weg zu schönen, individuellen Texten ist vielleicht für Schreibalgorithmen noch etwas weiter.

Bei Website und E-Mail-Adresse sollten Sie sich in jedem Fall Gedanken machen, diese Dinge sind heute eine wichtige Anlaufstelle für Interessenten und Interessentinnen. Wenn Sie bereits „textundkorrektur.de“ reserviert haben, dann können Sie ja einfach winkler@textundkorrektur.de verwenden, sonst wird die Mail-Adresse zu lang.

Ich denke, unseriös wirkt es in keinem Fall, egal welche Formulierung Sie verwenden. Es kann aber natürlich immer sein, dass manche Menschen mit dem Begriff Korrektorat etwas anderes verbinden als mit einer Korrektur. Ich spreche meist von Korrektur oder Korrekturleistungen oder passe mich an den Sprachgebrauch meines Gegenübers an.

Viele Grüße

Christian Wöllecke

Super, vielen Dank für Ihre Einschätzung. Nein, das habe ich noch nicht reserviert. Ich bin noch auf der Suche nach dem richtigen Website-Konzept und werde mich erst dann festlegen. Momentan steht hinter dem @ noch ein gewöhnlicher E-Mail-Provider. Aber wenn ich mich für einen Website-Anbieter entschieden habe, werde ich es „festklopfen“. Lieben Gruß :)

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